Hausanschluss verstärken in Hamburg: Ablauf, Dauer, Kosten
Wer in Hamburg ein Bestandshaus modernisiert und gleichzeitig Wallbox, Wärmepumpe oder Photovoltaik plant, stößt früher oder später auf die Frage: reicht mein Hausanschluss überhaupt aus? In vielen Bergedorfer Reihenhäusern aus den 60ern und 70ern lautet die Antwort nein. Dann muss der Anschluss verstärkt werden. Wie das abläuft, wie lange es dauert und was es kostet, fassen wir hier zusammen.
Wann ist eine Verstärkung wirklich nötig?
Ein typischer Hausanschluss aus den 60ern hat 35 Ampere pro Phase, also rund 24 Kilowatt Leistung. Klingt erstmal nach viel. Wird aber knapp, sobald folgende Verbraucher gleichzeitig laufen:
| Verbraucher | Typische Leistung |
|---|---|
| Wallbox 11 kW | 11 kW |
| Wärmepumpe (Heizen plus Warmwasser) | 3 bis 6 kW |
| Backofen plus Induktionsherd | 7 kW |
| Durchlauferhitzer Küche | 18 bis 24 kW |
| Sauna | 6 bis 9 kW |
Wer Wallbox plus Wärmepumpe plus moderner Haushalt hat, kommt schnell an die Grenze. Stromnetz Hamburg meldet Wallboxen über 11 kW ohnehin als anmeldepflichtig, ab 12 kW ist die Genehmigung verpflichtend.
Wir prüfen das vorab. Das geht in 20 Minuten am Zählerschrank, indem wir uns die Hauptsicherung anschauen und mit dem geplanten Lastprofil abgleichen.
Was eine Verstärkung technisch bedeutet
Stromnetz Hamburg unterscheidet drei typische Anschluss-Stufen:
- 35 A: Standard im älteren Bestand
- 50 A: häufig nach Modernisierung
- 63 A: Neubau-Standard oder Bestand mit Wallbox und Wärmepumpe
Eine Verstärkung von 35 auf 63 Ampere heißt: das Kabel aus der Straße muss in vielen Fällen größer dimensioniert werden, die Hausanschlusssicherung wird getauscht, und der Zählerschrank im Haus muss die neue Last tragen. Bei alten Zählerschränken mit Schraubsicherungen ist der Tausch quasi immer mit dabei.
Der Antrag bei Stromnetz Hamburg
Wir machen den Antrag für unsere Kunden. Stefan Privatkunde muss das nicht selbst durchgehen. Folgende Schritte gehören dazu:
- Aufnahme der bestehenden Situation vor Ort: Zählerschrank, Hausanschlusskasten, geplante Lasten, Bauliches
- Antrag „Anschlussänderung" über das Installateur-Portal bei Stromnetz Hamburg
- Wartezeit Bearbeitung: aktuell typisch 6 bis 14 Wochen, in Spitzenzeiten auch mal 20
- Kostenvoranschlag von Stromnetz Hamburg kommt nach Prüfung, in der Regel mit verbindlichem Termin für den Netzbauteil
- Ausführung Netzanschluss durch Stromnetz Hamburg (Tiefbau, falls nötig)
- Innen-Anschluss und Zählerschrank-Tausch durch uns, meistens einen Tag vor oder am gleichen Tag wie Netzbetreiber-Termin
- Inbetriebnahme und Plombierung
Wichtig: nur zugelassene Installateure dürfen die Arbeiten direkt am Zähleranschluss machen. Wir sind im Installateurverzeichnis bei Stromnetz Hamburg eingetragen, damit darf der Antrag auf unseren Namen laufen und wir können die Hausanschluss-Verstärkung von Anfang bis Ende selbst betreuen.
Was es kostet
Hier wird es konkret. Die Kosten teilen sich auf zwei Parteien auf.
Stromnetz Hamburg (Netzbetreiberanteil):
- ohne Tiefbau, nur Sicherung tauschen: 250 bis 600 Euro
- mit Tiefbau, neues Kabel von der Straße: 1.500 bis 4.000 Euro
- bei aufwendigem Tiefbau (Asphalt, Pflaster, lange Strecke): bis 7.000 Euro möglich
Elektriker-Anteil (wir):
- neuer Zählerschrank mit FI/LS und Reserveplätzen: 1.800 bis 3.500 Euro
- Anpassung der Hausverteilung: 500 bis 1.500 Euro
- Inbetriebnahme und Messprotokoll: 250 bis 400 Euro
In Summe landet ein typischer Bergedorfer Bestandsanschluss bei 2.500 bis 9.000 Euro, je nachdem wie viel Tiefbau anfällt und wie alt der Zählerschrank ist.
Wie lange dauert es?
Reine Bauzeit am Tag der Umstellung: 4 bis 8 Stunden. Strom ist in dieser Zeit weg, das Haus ist dunkel. Wir koordinieren das so, dass der Netzbetreiber und wir zeitgleich vor Ort sind.
Gesamt-Projektzeit von erstem Beratungstermin bis fertiger Anlage: 3 bis 5 Monate. Der Engpass ist nicht der Bau, sondern die Bearbeitungszeit bei Stromnetz Hamburg. Wer im Frühjahr eine Wallbox installieren will, sollte spätestens im Spätherbst des Vorjahres bei uns anrufen.
Stolperfallen, die wir oft sehen
Antrag erst nach Kauf der Wallbox. Kunden bestellen eine 22-kW-Wallbox, dann zeigt sich, dass der Anschluss nur 11 kW hergibt. Wallbox steht zwei Monate im Karton. Wir prüfen vor dem Kauf.
Alter Zählerschrank. Viele Eigentümer denken, der Netzbetreiber müsse alles bezahlen. Innen ist Sache des Eigentümers, und der Tausch ist bei alten Anlagen meistens unausweichlich.
Mietshaus mit mehreren Parteien. Wenn Sie in einer Eigentumswohnung sind und allein eine Wallbox wollen: Hausanschluss ist Gemeinschaftseigentum. Da muss die WEG mitspielen. Das macht das Projekt erfahrungsgemäß deutlich länger.
Erdkabel quer durch den Garten. Manchmal liegt der Hausanschlusskasten ungünstig, der Weg vom Zählerschrank dorthin geht durch Räume, die nicht angerührt werden sollen. Wir schauen uns vorher den Weg an.
Beispielprojekt: Reihenhaus Lohbrügge, Baujahr 1968
Kunde aus dem Sander Damm, Reihenhaus 110 Quadratmeter, geplant: Wallbox 11 kW, Luft-Wasser-Wärmepumpe im nächsten Jahr. Ausgangslage: 35-A-Anschluss, Zählerschrank mit Schraubsicherungen.
Was wir gemacht haben:
- Antrag auf Verstärkung auf 63 A
- neuer Zählerschrank mit drei Tarifsträngen (Haushalt, Wallbox, Wärmepumpe) und Platz für PV
- Stromnetz Hamburg tauschte die Hausanschlusssicherung, kein Tiefbau nötig
- Bauzeit vor Ort: ein Tag
Kosten gesamt: 4.850 Euro brutto. Stromnetz-Anteil: 320 Euro. Wartezeit auf Termin: neun Wochen.
Was wir vorab klären
Wir wollen vermeiden, dass Sie für ein Projekt zahlen, das nicht passt. Deshalb klären wir vor Auftragsannahme:
- aktuelle Hauptsicherung und Zustand des Zählerschranks
- geplante Verbraucher und Gleichzeitigkeit
- Lage des Hausanschlusskastens
- ob WEG-Beschluss nötig ist
- voraussichtlicher Tiefbau-Aufwand
Das ist eine kostenlose Vor-Ort-Beratung, dauert eine knappe Stunde. Danach wissen Sie, was kommt.
Ehlers Elektrotechnik Billwerder Billdeich 601i, 21033 Hamburg Telefon: 0176 / 811 767 96 Mail: Info@Ehlers-Elektrotechnik.de