WhatsApp

Notstrom 7 Min Lesezeit

Notstrom für Haushalte: sinnvoll oder nicht?

Lohnt sich ein Notstromaggregat oder ein Batteriespeicher als Notstromlösung für ein Privathaus? Ehrliche Einschätzung aus der Praxis.

Notstrom für Haushalte in Bergedorf: sinnvoll oder nicht?

In den letzten Jahren bekommen wir die Frage immer öfter: „Sollen wir uns ein Notstromaggregat zulegen?" Manchmal mit Bezug auf Berichte über Blackout-Risiken, manchmal aus persönlicher Erfahrung mit einem Stromausfall. Hier eine ehrliche Einschätzung, fern vom Werbedruck der Aggregat-Hersteller.

Wie oft fällt der Strom in Hamburg wirklich aus?

Die nüchterne Zahl zuerst. Hamburg gehört zu den Regionen mit der zuverlässigsten Stromversorgung in Europa. Die durchschnittliche Ausfallzeit pro Haushalt lag in den letzten Jahren bei rund 12 bis 15 Minuten pro Jahr, oft sogar darunter. Zum Vergleich: in vielen Teilen Italiens, Polens oder den USA sind 200 bis 800 Minuten pro Jahr normal.

Längere Ausfälle (mehrere Stunden) passieren in Hamburg im Schnitt alle paar Jahre, meistens lokal begrenzt auf einen Stadtteil oder eine Trafostation. Echte tagelange Ausfälle sind extrem selten.

Daraus folgt: Notstrom für den allgemeinen Haushalt ist in Hamburg in den allermeisten Fällen Versicherung gegen ein Ereignis, das selten eintritt. Das macht es nicht automatisch unsinnig, aber es relativiert die oft dramatisch klingenden Werbeversprechen.

Wann Notstrom wirklich Sinn macht

Es gibt aber Fälle, in denen wir Notstrom in Bergedorf und Umgebung deutlich empfehlen:

Bei medizinischer Notwendigkeit. Wer auf Beatmungsgerät, Sauerstoffkonzentrator, Dialysepumpe oder ähnliche Geräte angewiesen ist, sollte eine Notstromlösung haben. Hier geht es nicht um Komfort, sondern um Leben.

Bei Tieren auf dem Hof. In Curslack, Neuengamme oder Kirchwerder haben viele Höfe Lüftungen für Tierställe, automatische Fütterungsanlagen oder beheizte Wasserbecken. Ein längerer Stromausfall kann hier zu echten Tierwohl-Problemen führen.

Bei Werkstätten und Gewerbe, wo ein Stromausfall direkte Umsatzverluste oder Material-Schäden bedeutet. Etwa Kühlhäuser für Obstbauern, Server für IT-Dienstleister, Maschinen mit Speicher-Inhalten.

Bei Wärmepumpen ohne Backup-Heizung im Winter. Wenn die Wärmepumpe der einzige Heizungstyp ist und der Strom mehrere Tage ausfällt, friert das Haus aus. Bei Häusern mit Holzofen oder Gasanschluss zusätzlich ist das Risiko geringer.

Bei Heimservern, Smart-Home-Zentralen oder Sicherheitstechnik, die nicht ausfallen sollen.

Welche Notstromlösungen es gibt

Drei Hauptkategorien, mit sehr unterschiedlichem Aufwand und Nutzen:

Mobile Stromerzeuger (Benzin oder Diesel). Klein, transportabel, ab etwa 600 Euro für ein 2-kW-Gerät. Können einzelne Geräte versorgen, sind aber laut, brauchen Sprit-Vorrat, müssen draußen stehen wegen Abgasen. Für gelegentliche Notfälle (Hofarbeit, Camping, Stromausfall im Garten) ok, für eine dauerhafte Haus-Versorgung nicht.

Fest installierte Notstrom-Aggregate. Diesel oder Gas, in einem schalldichten Gehäuse, mit automatischer Umschaltung. Bei Stromausfall springt das Gerät innerhalb von Sekunden an, das Haus läuft weiter. Kostenpunkt für ein typisches Einfamilienhaus: 8.000 bis 18.000 Euro für ein 10-kW-Aggregat plus Installation und Umschalttechnik. Plus jährliche Wartung. Sinnvoll für Höfe und gewerbliche Anwender, selten für normale Wohnhäuser.

PV-Anlage mit Batteriespeicher und Notstromfunktion. Wenn ohnehin eine PV-Anlage geplant ist oder schon vorhanden, lässt sich oft die Notstromfunktion mit dazu konfigurieren. Bei Stromausfall trennt sich das Haus vom Netz und wird aus dem Speicher (und tagsüber aus der PV) versorgt. Mehrkosten gegenüber einer reinen PV-Speicher-Lösung: 1.500 bis 4.000 Euro für die Notstrom-fähige Technik. Das ist oft die wirtschaftlichste Lösung, weil die Anlage im Normalbetrieb ohnehin Strom liefert.

Wichtig: nicht jeder Wechselrichter und nicht jeder Speicher kann Notstrom. Wer das will, muss es vor dem Kauf entscheiden. Nachrüstung ist meistens teuer.

Welche Geräte wirklich Strom brauchen

Eine häufige Überraschung: viele Haushalte überschätzen, wie viel Strom sie im Notfall wirklich brauchen. Eine grobe Liste:

Gerät Leistung
Heizungsumwälzpumpe 50 bis 100 Watt
Kühlschrank 100 bis 200 Watt (kurzzeitig mehr beim Anlauf)
Gefrierschrank 100 bis 200 Watt
Internet-Router und Notebook 30 bis 50 Watt
Beleuchtung (LED-Lampen) 5 bis 15 Watt pro Lampe
Smartphone laden 10 Watt
Wasserkocher 1.800 bis 2.400 Watt (kurzzeitig)
Mikrowelle 800 bis 1.200 Watt
Backofen 2.000 bis 3.000 Watt
E-Herd-Platte 1.500 bis 2.500 Watt pro Platte
Wärmepumpe 1.500 bis 4.000 Watt (je nach Größe)

Wenn man nur Heizung, Kühlschrank, Internet und Beleuchtung weiterlaufen lassen will, reichen 500 Watt Dauerleistung. Das schafft fast jeder Notstrom-Lösung. Wer auch noch Wäsche waschen und kochen will, braucht 3 bis 5 Kilowatt. Eine Wärmepumpe im Volllast-Betrieb verdoppelt das nochmal.

Was wir Kunden in der Beratung sagen

Für ein normales Einfamilienhaus in Bergedorf oder Lohbrügge, das mit Gas oder Öl heizt, einen normalen Stromverbrauch hat und keine medizinische Notwendigkeit hat: wahrscheinlich keine Notstromanlage nötig. Wer sich wohler fühlt, kann sich für 800 bis 1.500 Euro einen mobilen Stromerzeuger ins Gartenhaus stellen, mit ein paar Litern Sprit dazu. Das deckt die seltenen Fälle ab.

Für ein Haus mit Wärmepumpe als einziger Heizung und ohne Holzofen: dann lieber die PV-Notstrom-Option dazuplanen.

Für einen Hof mit Tieren oder ein Gewerbe mit Wertschöpfung im Haus: fest installiertes Aggregat oder ausgebaute PV-Notstrom-Lösung sind die Optionen.

Für jeden, der elektrisch gefährdete medizinische Bedürfnisse hat: zwingend Notstrom, in der Form, die der Arzt empfiehlt.

Was wir nicht empfehlen

Wir haben in den letzten Jahren mehrere Anlagen gesehen, die in Panik nach Blackout-Berichten gekauft wurden und seitdem im Keller stehen, ohne jemals genutzt zu werden. 5.000 Euro Anschaffungskosten, plus 200 Euro pro Jahr für Wartung und Sprit-Erneuerung, plus Platz. Für ein Risiko, das in Hamburg sehr klein ist.

Wer wirklich überlegt, anzuschaffen: schauen Sie ehrlich, welches Szenario Sie absichern wollen, und welche Lösung dazu passt. Dann redet es sich auch ehrlich über Kosten und Nutzen.

Kostenlose Beratung

Wenn Sie unsicher sind, ob und welche Notstromlösung Sinn macht: kommen Sie ins Gespräch. Eine halbe Stunde Telefon oder ein Termin bei Ihnen vor Ort, und wir sagen ehrlich, was wir an Ihrer Stelle tun würden.

Telefon: 0176 / 811 767 96

Bereit für ein Angebot?

Aufmaß im Bezirk Bergedorf ist kostenlos. Wir sind ab 8 Uhr erreichbar.