Pool und Whirlpool: was die Elektrik leisten muss
Ein Pool im Garten ist Wasser plus Strom. Das ist eine Kombination, bei der die Norm sehr genau hinschaut. DIN VDE 0100-702 regelt die Sache und beschreibt Schutzbereiche um das Becken, Anforderungen an Leitungen, FI-Typen und Erdung. Wer einen Pool kauft und denkt, der Elektriker hängt eben mal eine Außensteckdose neben das Becken, liegt daneben. Hier steht, was bei einem Pool in Bergedorf, Reinbek oder Wentorf wirklich gefordert ist.
Schutzbereiche rund ums Becken
Die Norm teilt den Bereich um den Pool in drei Zonen:
Zone 0: das Wasser selbst. Hier dürfen nur Geräte mit Schutzkleinspannung (12 V SELV) betrieben werden. Unterwasserleuchten zum Beispiel. Eine normale 230-V-Leitung hat im Wasser nichts verloren.
Zone 1: bis 2 Meter horizontal vom Beckenrand entfernt, bis 2,5 Meter über dem Wasserspiegel. Hier sind nur fest installierte Geräte erlaubt, die für diesen Bereich zugelassen sind, mit mindestens IPX5, geschützt durch einen FI mit 30 mA.
Zone 2: weitere 1,5 Meter horizontal von Zone 1 entfernt. Steckdosen sind hier erlaubt, aber nur mit FI-Schutz und mit ausreichender IP-Schutzklasse (mindestens IPX4 im Freien).
Außerhalb der Zonen gelten die normalen Außenbereich-Regeln, aber immer noch mit FI. Bei aufgestellten Whirlpools auf der Terrasse gilt der Beckenrand als Bezugspunkt, nicht etwa die Terrassenkante.
FI-Schalter: Typ A reicht meistens, Typ B bei Frequenzumrichtern
Pool-Pumpe, Filterpumpe, Salzelektrolyse, Wärmepumpe, Heizstab. Das sind die typischen Verbraucher, und sie hängen am eigenen Stromkreis. Ein FI Typ A mit 30 mA reicht für die meisten dieser Geräte aus.
Sobald aber ein Frequenzumrichter im Spiel ist, etwa bei modernen Pool-Wärmepumpen oder bei drehzahlgeregelten Pumpen, kann ein Typ A blind werden. Hier braucht es einen FI Typ B oder einen Typ A mit zusätzlichem allstromsensitivem Modul. Sonst funktioniert der Schutz im Fehlerfall nicht. Das ist exakt dasselbe Thema wie bei Wallboxen.
Wir prüfen das immer, bevor wir den Stromkreis planen. Manche Hersteller schreiben den Typ B in der Bedienungsanleitung explizit vor. Wer sich nicht daran hält, verliert im Schadensfall den Versicherungsschutz.
Verkabelung: was rein darf, was nicht
Vom Hausverteiler zum Pool laufen die Leitungen meistens als Erdkabel, NYY-J. Verlegetiefe mindestens 60 cm, bei Wegen, die später befahrbar sein könnten, lieber 80 cm. Mit Trassenwarnband 20 cm über dem Kabel, damit beim nächsten Spatenstich keiner ohne Vorwarnung in die Leitung sticht.
Im Pool-Technikschacht, wo die Pumpe sitzt, kommt das Kabel auf eine Verteilung mit FI und LS-Schaltern. Von dort gehen einzelne Stromkreise zur Pumpe, zur Beleuchtung und zur Wärmepumpe.
Wichtig ist der Potentialausgleich: alle metallischen Teile im Bereich des Pools, etwa Edelstahl-Leitern, Metall-Geländer, Pumpenflansche, müssen mit einem Schutzpotentialausgleich verbunden sein. 4 mm² Querschnitt mindestens, grün-gelb, an die Haupterdungsschiene angeschlossen. Das verhindert, dass im Fehlerfall eine Spannungsdifferenz zwischen zwei berührbaren Teilen entsteht.
Pool-Wärmepumpe: eigener Stromkreis
Eine Pool-Wärmepumpe mit 5 bis 12 kW Heizleistung zieht im Betrieb meistens zwischen 1,5 und 3 kW elektrisch. Das ist kein gewaltiger Verbraucher, aber sie läuft lange und sie braucht einen eigenen Stromkreis, weil sie nicht zusammen mit anderen Geräten am gleichen Sicherungsautomaten hängen soll.
Bei größeren Modellen ab 16 kW Heizleistung sind oft Drehstrom-Anschlüsse mit 16 oder 25 A nötig. Anmeldung beim Netzbetreiber, in Hamburg also Stromnetz Hamburg, ist je nach Leistung formell notwendig. Das übernehmen wir mit.
Unsere Empfehlung an Kunden mit Photovoltaik: Pool-Wärmepumpe so verschalten, dass sie bevorzugt bei PV-Überschuss läuft. Über einen Stromzähler im Pool-Schaltkasten und eine SG-Ready-Schnittstelle der Wärmepumpe ist das technisch sauber lösbar.
Beleuchtung: 12 V im Wasser, 230 V am Rand
Unterwasserleuchten arbeiten mit Schutzkleinspannung. Der Trafo sitzt außerhalb des Pools, mindestens 3,5 Meter vom Becken entfernt oder hinter einer Wand. Auf der 12-V-Seite gibt es dann keine Berührungsgefahr mehr, weil die Spannung zu niedrig ist.
Wege-Beleuchtung, Effektbeleuchtung in der Terrasse, Außenstrahler an der Hauswand: das läuft mit 230 V, IP-Schutzklasse mindestens IP44 im Außenbereich, FI zwingend. LED-Strahler mit Bewegungsmelder sind beliebt, weil sie Strom sparen und automatisch aufgehen, wenn jemand aus dem Pool kommt.
Beispiel aus Reinbek
Bei einem Einfamilienhaus in Reinbek haben wir letztes Jahr einen Pool mit 7 m × 3,5 m Becken angeschlossen. Pool-Technik im separaten Holzhaus, etwa 18 Meter vom Hauptverteiler entfernt. Wir haben ein 5 × 4 mm² Erdkabel gelegt, eine Unterverteilung mit FI Typ B (wegen der Wärmepumpe mit Inverter) gesetzt, vier Stromkreise abgegangen: Filterpumpe, Wärmepumpe, Beleuchtung 12 V mit Trafo, Steckdose im Technikraum. Potentialausgleich an Beckenrand, Leiter, Pumpenflansch. Anmeldung bei Stromnetz Hamburg, weil die Wärmepumpe 4,2 kW elektrisch zieht.
Aufwand: zwei Tage. Materialkosten inklusive FI, LS, Erdkabel, Verteiler, Trafo, Anmeldung: rund 1.800 Euro. Arbeitszeit zusätzlich. Der Kunde hatte die Bagger-Arbeiten für den Kabelgraben selbst gemacht, das hat ein paar hundert Euro gespart.
Was wir vorher klären
Bevor wir loslegen, brauchen wir vom Kunden:
- Datenblatt der Pumpe, der Wärmepumpe, der Beleuchtung (Stromaufnahme, FI-Vorgabe)
- Lage des Beckens, der Technik, der Steckdosen (gerne mit Skizze oder Foto)
- Ist der Hausverteiler erweiterbar, oder reden wir über eine Unterverteilung im Garten
Beim Aufmaß messen wir die Strecke, prüfen den Verteiler und sagen, was geht.
Kontakt
Telefon: 0176 / 811 767 96 Mail: Info@Ehlers-Elektrotechnik.de
Wir arbeiten in Hamburg-Bergedorf, im Bezirk und im Umland: Reinbek, Wentorf, Glinde, Geesthacht. Erstberatung am Telefon ist kostenlos.