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Außenanlagen 6 Min Lesezeit

Steckdosen und Anschlüsse draußen: was Pflicht, was sinnvoll

IP44 oder IP55, FI-Schutz Pflicht, Schutzbereiche: was bei Außensteckdosen auf Terrasse und Balkon in Hamburg gefordert ist. Mit Kosten und Beispiel.

Steckdosen und Anschlüsse draußen: was Pflicht, was sinnvoll

Wer eine Terrasse hat und nur eine Verlängerungsschnur durch das gekippte Küchenfenster zieht, kennt das Problem. Sobald es leicht regnet, ist die Stehlampe weg. Der E-Grill brutzelt nicht weiter. Das Heizpilz-Kabel liegt im Weg. Eine fest installierte Außensteckdose löst das. Und sie kostet weniger, als die meisten denken. Hier steht, was an einem Außenanschluss in Bergedorf, Reinbek oder Geesthacht Pflicht ist, welche Anschlüsse sinnvoll sind und mit welchen Kosten zu rechnen ist.

IP-Schutzklasse: IP44 ist das Minimum, IP55 die bessere Wahl

Für Steckdosen im Außenbereich gilt: IP44 ist das gesetzliche Minimum, bedeutet spritzwassergeschützt. Reicht für Bereiche unter Dachüberstand, an einer geschützten Hauswand, im überdachten Carport. Sobald aber Schlagregen seitlich anbrandet oder die Steckdose komplett frei steht, ist IP55 oder höher die bessere Wahl. Strahlwassergeschützt heißt: auch ein Gartenschlauch macht nichts. Aufpreis im Material gegenüber IP44 sind ein paar Euro, das ist die Sache jedes Mal wert.

Was wir bei Bestandsanlagen immer wieder finden: alte Innen-Steckdosen, einfach mit einer Klappe versehen und dann nach außen gesetzt. Das ist keine Lösung. Die Dichtung fehlt, die Klemmen liegen frei, Feuchtigkeit kommt rein. Das tauschen wir aus, bevor es zum FI-Auslösen oder schlimmerem kommt.

FI-Schutz ist Pflicht, ohne Ausnahme

Für jede Steckdose im Außenbereich ist ein FI-Schalter mit 30 mA Auslösestrom Pflicht. Steht so seit über zwei Jahrzehnten in den VDE-Normen, und der Sinn ist offensichtlich: draußen ist es feucht, Geräte sind verletzlicher, Kinder sind oft im Spiel. Wenn die Bohrmaschine im Garten ein Kabel mit Schaden bekommt, schaltet der FI in 200 Millisekunden ab. Ohne FI wird der Stromschlag im Zweifel tödlich.

Bei Neuinstallationen setzen wir das immer mit. Bei Bestandsanlagen, in denen noch kein FI für den Außenkreis sitzt, bauen wir ihn nach. Das kostet je nach Sicherungskasten 250 bis 400 Euro für einen einzelnen FI plus Anschluss, oder wir machen es mit, wenn ohnehin neue Steckdosen kommen.

Schutzbereiche bei Pool oder Brunnen

Wenn die Terrasse direkt am Pool liegt, an einem Gartenbrunnen oder an einem dauerhaft gefüllten Wasserspiel, gelten die Schutzbereiche der DIN VDE 0100-702. Innerhalb von 2 Metern Abstand zum Wasser dürfen Steckdosen nicht ungeschützt installiert werden. Ab 2 Metern Abstand sind sie erlaubt, immer mit FI 30 mA und mindestens IPX4. Bei einem dazwischengestellten Whirlpool gilt der Beckenrand als Bezugspunkt.

In der Praxis bedeutet das: die Außensteckdose kommt auf die Seite der Terrasse, die vom Pool weg liegt. Beim Aufmaß messen wir die Abstände aus.

Welche Anschlüsse draußen sinnvoll sind

Die Frage, die wir am häufigsten beantworten: wie viele Steckdosen brauche ich, und wo?

Eine Steckdose neben der Terrassentür: das absolute Minimum. Heizpilz, Strahler, Rasenmäher-Akku-Ladegerät, Bluetooth-Box, alles findet hier seinen Platz.

Eine Steckdose am hinteren Ende der Terrasse: nützlich, wenn ein langer Tisch dort steht oder der Grill am hinteren Ende seinen festen Platz hat. Spart das Stolperkabel über die ganze Terrasse.

Markisen-Anschluss: feste Verkabelung zur Markise, mit Schalter und Endlagensteuerung. Wer eine elektrische Markise plant, soll das beim Mauerwerks-Auftrag mit anmelden, dann legen wir die Leitung direkt mit ein und müssen nicht später nachträglich aufstemmen.

Heizpilz oder Heizstrahler fest angeschlossen: ein elektrischer Heizstrahler mit 2 kW zieht 9 A. Wenn der über eine Schuko-Steckdose läuft und die Sicherung mit anderen Verbrauchern geteilt wird, ist nach dem zweiten Gerät die Sicherung weg. Wer einen Heizstrahler dauerhaft einsetzt, bekommt einen eigenen abgesicherten Anschluss mit ausreichendem Querschnitt.

E-Grill oder Pizza-Ofen: ähnlich. Manche Modelle ziehen 3 kW oder mehr. Da ist eine Aufputz-Steckdose mit eigener Sicherung oft die saubere Lösung. Bei größeren Outdoor-Küchen ab 5 kW Anschlussleistung reden wir über einen eigenen Stromkreis mit 16 A Absicherung.

Beleuchtungs-Anschluss: separat geschaltet, am besten mit einem Wandschalter innen, damit das Terrassenlicht nicht mit den Steckdosen mit ausgeht.

Verkabelung von innen nach außen

Das ist meistens die schwierigere Frage als die Steckdose selbst. Wir gehen entweder:

Direkt durch die Wand: kurze Strecke, Loch mit Diamantbohrer, Innen-Steckdose und Außensteckdose Rücken an Rücken. Geht oft, wenn innen schon eine Steckdose an der gleichen Stelle sitzt.

Über die Decke und Außenwand: bei Altbauten oft die einzige Möglichkeit. Leitung in der Decke verlegen, in der Außenwand runter, dann zur Steckdose.

Mit Aufputz-Kabelkanal außen: wenn keine andere Lösung geht, weil die Wand massiv ist oder weil hinter dem Putz Wärmedämmung liegt. Wir verwenden UV-beständige Kanäle, die nach ein paar Jahren in der Sonne nicht brüchig werden.

Bei Bestandsbauten in Lohbrügge oder Bergedorf ist die Wand-Frage oft entscheidend. Wir prüfen das beim Aufmaß und sagen, was geht und was nicht.

Kosten typischer Anschlüsse

Anschluss Aufwand Kosten gesamt
Eine IP44-Außensteckdose, Wand durchbohren, vorhandener FI 1 bis 2 Stunden 150 bis 250 Euro
Zwei IP55-Außensteckdosen mit FI-Nachrüstung im Sicherungskasten 3 bis 4 Stunden 400 bis 600 Euro
Markisen-Anschluss mit Schalter und Endlagensteuerung halber Tag 300 bis 500 Euro
Outdoor-Küche mit Drehstrom-Anschluss, eigene Sicherung, 3 Steckdosen, FI 1 Tag 800 bis 1.300 Euro

Material kommt dazu, etwa 30 bis 60 Euro pro Steckdose je nach Marke. Wir verwenden meistens Gira, Jung oder Busch-Jaeger, alle für draußen mit Klappe und Dichtung.

Beispiel: Reihenhaus in Bergedorf-West

Eine Familie wollte vier Anschlüsse: eine Steckdose neben der Terrassentür, eine am hinteren Ende der Terrasse, Markisen-Anschluss, plus später einen E-Grill nachrüsten können. Wir haben eine Unterverteilung mit FI und drei LS-Schaltern im Hauswirtschaftsraum gesetzt, dann eine Leitung durch die Außenwand auf die Terrasse, dort eine Aufputz-Verteilung mit zwei IP55-Steckdosen und dem Markisen-Abgang. Für den späteren E-Grill haben wir eine zweite Leitung als Reserve verlegt und in einer wasserdichten Dose abgeschlossen.

Aufwand: ein Tag mit zwei Mann. Arbeitszeit plus Material: rund 1.100 Euro. Die Markise war zu dem Zeitpunkt noch nicht montiert, ist später vom Markisenbauer aufgesetzt und vom Kunden selbst angeklemmt worden.

Kontakt

Telefon: 0176 / 811 767 96 Mail: Info@Ehlers-Elektrotechnik.de

Wir kommen für Terrassenanschlüsse in Hamburg-Bergedorf, Bezirk, Reinbek, Wentorf, Glinde, Geesthacht. Beim Aufmaß bringen wir Musterdosen mit, damit Sie sich die Optik anschauen können, bevor wir bestellen.

Bereit für ein Angebot?

Aufmaß im Bezirk Bergedorf ist kostenlos. Wir sind ab 8 Uhr erreichbar.