Zählerschrank tauschen: wann ist es Pflicht?
Es gibt zwei Sorten Anfragen zum Zählerschrank. Die einen kommen, weil etwas funktioniert nicht mehr richtig: Sicherungen fliegen, Geräte machen Probleme, ein FI fehlt. Die anderen kommen, weil eine Hausverwaltung, ein Netzbetreiber oder eine Versicherung etwas vorgibt. Beide Fälle führen zum gleichen Ergebnis: ein moderner Zählerschrank muss her.
Hier die Fälle, in denen der Tausch tatsächlich Pflicht ist, und was zu tun ist.
Pflichtfall 1: Wenn ein neues Smart Meter eingebaut wird
Stromnetz Hamburg ist gerade dabei, viele Hamburger Haushalte mit einer modernen Messeinrichtung auszustatten, also einem digitalen Zähler. Bei großen Verbrauchern, ab 6.000 Kilowattstunden pro Jahr, kommt sogar ein intelligentes Messsystem, kurz iMSys.
Das Problem: viele Zählerschränke in Hamburg sind so alt, dass sie für die neuen Zähler räumlich oder technisch nicht passen. Wenn der Messstellenbetreiber kommt und feststellt, dass der Einbau im Bestand nicht möglich ist, gibt es eine Aufforderung an Sie als Anschlussnutzer, den Zählerplatz zu modernisieren. Erst dann kann der neue Zähler eingebaut werden.
Was zu tun ist: Frist nicht ignorieren. Sechs bis acht Wochen vorher ein Angebot einholen, dann beauftragen, der eingetragene Fachbetrieb erledigt den Tausch und meldet die Anlage neu beim Netzbetreiber an.
Pflichtfall 2: Bei einer Photovoltaik- oder Wallbox-Installation
Wenn Sie eine PV-Anlage aufs Dach setzen oder eine Wallbox in die Garage hängen wollen, muss der Zählerschrank diesen Anlagen Platz und Schutzfunktion bieten. Konkret heißt das:
- Platz für einen zweiten Zähler (Einspeisezähler) bei PV
- Ausreichende Reserveplätze für FI und LS-Schalter
- Bei größeren Wallboxen auch Platz für Lastmanagement-Komponenten
- Gegebenenfalls Platz für einen Hauptschalter, der Anlagen freischaltet
Viele Zählerschränke aus den 70er und 80er Jahren erfüllen diese Anforderungen nicht. Dann gibt es zwei Optionen: Zählerschrank tauschen oder eine separate Unterverteilung setzen. Wir prüfen vorab, was günstiger und sinnvoller ist.
Pflichtfall 3: Bei einem Hausanschluss-Tausch
Wenn der Hausanschluss erneuert wird, zum Beispiel weil ein neuer Anschluss mit höherer Leistung gebraucht wird, muss in der Regel auch der Zählerschrank modernisiert werden. Stromnetz Hamburg prüft das mit, und ohne einen aktuellen Zählerplatz wird nicht freigegeben.
Pflichtfall 4: Bei Brandschäden oder Wasserschäden
Wenn es im Zählerschrank oder in der Nähe gebrannt hat oder Wasser eingedrungen ist, ist eine fachliche Beurteilung und meistens ein Tausch nötig. Das fordert auch die Hausversicherung, bevor sie zahlt.
Was kein Pflichtfall ist (aber sinnvoll)
In allen anderen Fällen ist ein Tausch nicht zwingend. Aber er kann sehr sinnvoll sein:
- Wenn noch alte Schraubsicherungen verbaut sind: kein FI-Schutz, geringere Sicherheit
- Wenn häufig Sicherungen fliegen: oft ein Hinweis, dass die Verteilung an ihre Grenzen kommt
- Wenn keine Reserveplätze mehr da sind: jede künftige Erweiterung wird teurer
- Wenn die Hausverwaltung in einem Mehrfamilienhaus eine Sanierung plant
Wir empfehlen den Tausch ohne Druck. Wenn die Anlage noch sicher funktioniert und kein Pflichtfall vorliegt, kann sie auch noch ein paar Jahre weiterlaufen. Wenn aber zwei oder drei der oben genannten Punkte zusammenkommen, ist es sinnvoll, jetzt zu handeln, bevor ein Schaden entsteht.
Was es kostet
In Hamburg liegen die Kosten für einen Zählerschrank-Tausch in einer Standard-Wohnung zwischen 1.500 und 2.500 Euro, abhängig davon:
- Wie viele Stromkreise abgesichert werden müssen
- Ob nur das Zählerfeld oder die komplette Verteilung getauscht wird
- Ob Platz für Reserve geschaffen werden muss (PV, Wallbox)
- Wie die Wand- und Putzarbeiten aussehen
In einem Einfamilienhaus mit mehreren Verteilungen kann es auch 3.000 bis 5.000 Euro werden. Wir kalkulieren das vorab schriftlich, damit es keine Überraschungen gibt.
Wie der Ablauf aussieht
- Aufmaß und Angebot (eine Woche): wir kommen vorbei, schauen uns die Anlage an, machen ein Angebot
- Anmeldung beim Netzbetreiber (ein bis zwei Wochen): bevor wir den Schrank tauschen, muss Stromnetz Hamburg informiert werden, und ein Termin für die Plombierung wird vereinbart
- Strom-Abschaltung und Tausch (ein Tag): am vereinbarten Tag wird der Strom abgeschaltet, der alte Schrank kommt raus, der neue rein, alle Stromkreise werden umgeklemmt und beschriftet
- Plombierung und Inbetriebnahme: der Mitarbeiter von Stromnetz Hamburg plombiert den Zähler, der Strom geht wieder an
- Übergabe und Inbetriebnahmeprotokoll
Sie sind in der Regel einen Tag ohne Strom, je nach Größe auch nur einen halben.
Wichtige Hinweise
- Wir arbeiten nur als eingetragener Fachbetrieb. Das ist Pflicht für alles, was am Zähler hängt.
- Schwarzarbeit am Zählerschrank ist nicht nur strafbar, sondern hebelt im Schadensfall die Hausversicherung aus.
- Wer mit einer Aufforderung von Stromnetz Hamburg konfrontiert ist und nicht weiß, was zu tun ist, ruft am besten direkt einen eingetragenen Fachbetrieb an. Wir helfen weiter, auch wenn am Ende nicht wir es machen.
Kontakt
Telefon: 0176 / 811 767 96 Mail: Info@Ehlers-Elektrotechnik.de
Wir machen Zählerschrank-Tausch regelmäßig in Bergedorf, Lohbrügge, Wentorf, Reinbek und in den Vier- und Marschlanden. Aufmaß kostenlos im Bezirk Bergedorf.