PV-Stromspeicher: lohnt sich das wirklich?
Kaum eine Frage stellen uns Kunden so oft: „Brauche ich einen Speicher?" Die kurze Antwort, vorweg: meistens ja, aber nicht immer. Die ehrliche Antwort hängt vom Verbrauchsprofil, vom Strompreis und davon ab, was man von der Anlage erwartet. Hier eine nüchterne Betrachtung, ohne Speicher-Werbung.
Was ein Speicher eigentlich macht
Eine PV-Anlage produziert tagsüber Strom. Verbraucht wird der meiste Strom morgens und abends, also genau dann, wenn die Sonne wenig oder nichts liefert. Ohne Speicher fließt der mittägliche Überschuss ins Netz und Sie bekommen die Einspeisevergütung. Aktuell rund 8 Cent pro Kilowattstunde. Gleichzeitig kaufen Sie abends Strom für etwa 38 Cent ein.
Differenz: 30 Cent pro Kilowattstunde. Genau diese Differenz greift der Speicher ab, indem er den Mittagsüberschuss zwischenparkt und ihn abends wieder abgibt. Vereinfacht gerechnet.
Autarkiegrad: was realistisch geht
Ein typisches Einfamilienhaus in Bergedorf mit 4.500 kWh Jahresverbrauch und einer 10 kWp PV-Anlage erreicht:
| Konfiguration | Eigenverbrauch | Autarkiegrad |
|---|---|---|
| PV ohne Speicher | 25 bis 35 Prozent | 25 bis 35 Prozent |
| PV mit 5 kWh Speicher | 50 bis 60 Prozent | 55 bis 65 Prozent |
| PV mit 10 kWh Speicher | 65 bis 75 Prozent | 70 bis 80 Prozent |
| PV mit 15 kWh Speicher | 70 bis 80 Prozent | 75 bis 85 Prozent |
Was auffällt: zwischen 10 und 15 kWh Speicher steigt der Autarkiegrad nur noch wenig. Der Sprung von „kein Speicher" auf „5 kWh" bringt am meisten. Jeder weitere Schritt bringt weniger zusätzlichen Nutzen.
100 Prozent Autarkie geht im Norden nicht. Im Dezember und Januar liefert eine Hamburger PV-Anlage so wenig, dass kein Speicher der Welt das ausgleichen kann. Wer den Winter mit abdecken will, braucht eine Anlage in Westafrika oder einen Holzofen.
Was ein Speicher 2026 kostet
Stand Frühjahr 2026, Preise inklusive Installation und Anmeldung:
- 5 kWh-System: 5.000 bis 7.000 Euro
- 10 kWh-System: 8.000 bis 11.000 Euro
- 15 kWh-System: 11.000 bis 14.000 Euro
Die Preise sind über die letzten Jahre deutlich gefallen, vor allem bei chinesischen Marken (BYD, Huawei, GoodWe). Bei deutschen Herstellern (Sonnen, Senec, E3DC) liegt der Aufpreis bei 15 bis 30 Prozent. Dafür gibt es teilweise längere Garantien und besseren Service.
Was im Preis steckt: Speichermodul, Hybrid-Wechselrichter oder separater Speicher-Wechselrichter, Verkabelung, Einbau in der Hausverteilung, Anmeldung beim Netzbetreiber, Inbetriebnahme.
Amortisation: wann holen Sie das Geld zurück
Hier eine konkrete Rechnung für ein Reihenhaus in Lohbrügge, 4.500 kWh Verbrauch, 10 kWp PV plus 10 kWh Speicher:
- Jährliche Stromerzeugung: rund 9.000 kWh
- Davon selbst verbraucht (mit Speicher): rund 3.150 kWh (70 Prozent Autarkie)
- Eingesparter Strombezug: 3.150 × 0,38 Euro = 1.197 Euro
- Eingespeiste Restmenge: 5.850 kWh × 0,08 Euro = 468 Euro
- Jährlicher Gewinn gesamt: 1.665 Euro
Ohne Speicher würde derselbe Haushalt nur etwa 1.350 kWh selbst verbrauchen. Der Speicher bringt also einen Mehrertrag von ungefähr 1.800 × 0,30 Euro = 540 Euro pro Jahr.
Bei Speicherkosten von 9.000 Euro: Amortisation in etwa 16 bis 17 Jahren. Garantie liegt bei den meisten Herstellern bei 10 Jahren, Lebensdauer realistisch bei 15 bis 20 Jahren.
Klingt knapp. Ist es auch. Wer rein nach Excel-Tabelle rechnet, ist mit einem kleineren Speicher (5 bis 7 kWh) wirtschaftlicher unterwegs, weil der Aufpreis pro kWh-Kapazität dort am günstigsten ist.
Wann der Speicher trotzdem Sinn macht
Reine Wirtschaftlichkeit ist nicht der einzige Grund. In folgenden Fällen empfehlen wir einen Speicher auch dann, wenn die Amortisation auf der Kante steht:
- E-Auto im Haushalt: Wer regelmäßig zu Hause lädt, hat einen viel höheren Strombedarf. Speicher plus Wallbox-Überschussladen erhöht den Eigenverbrauch deutlich.
- Wärmepumpe: dazu unten mehr. Wenn die Heizung Strom braucht, lohnt sich Speichern stärker.
- Notstromfähigkeit gewünscht: Manche Speicher können bei Stromausfall einzelne Stromkreise weiterversorgen. Wichtig in ländlichen Gegenden, weniger relevant in Hamburg.
- Strompreissicherheit: Wer befürchtet, dass der Strompreis bis 2030 auf 50 Cent steigt, rechnet die Amortisation kürzer. Speicher als langfristige Absicherung.
Kombination mit Wärmepumpe und Wallbox
Hier wird die Rechnung interessant. Eine Wärmepumpe verbraucht in einem Hamburger Reihenhaus typischerweise zwischen 3.000 und 6.000 kWh pro Jahr zusätzlich zum normalen Haushaltsstrom. Eine Wallbox mit regelmäßiger Nutzung (12.000 km Jahresfahrleistung) bringt nochmal etwa 2.500 bis 3.000 kWh.
Gesamtverbrauch eines „elektrifizierten" Hauses: schnell bei 10.000 bis 13.000 kWh pro Jahr. Wer hier eine 12 oder 15 kWp PV-Anlage mit 15 kWh Speicher kombiniert, kommt auf 70 bis 80 Prozent Autarkie. Die Amortisation rutscht in den Bereich 10 bis 13 Jahre. Plötzlich rentabel.
Wichtige Bedingung: ein Energiemanagement-System, das Wallbox, Wärmepumpe und Speicher koordiniert. Stichworte: SG-Ready für die Wärmepumpe, Überschussladen für die Wallbox, intelligente Steuerung auf Hausebene. Wir installieren so etwas regelmäßig mit Komponenten von SMA, Kostal oder E3DC.
Wann der Speicher eher nicht lohnt
Ehrlich gesagt: in folgenden Fällen würden wir abraten oder zumindest erst rechnen, bevor wir verkaufen.
- Niedriger Verbrauch unter 3.000 kWh: Wer wenig braucht, hat wenig zu sparen. Eigenverbrauch ohne Speicher reicht oft schon.
- Tagsüber jemand zu Hause: Wenn die Hauptverbräuche tagsüber stattfinden (Homeoffice, Pflegebedarf), wird der Eigenverbrauch auch ohne Speicher hoch sein.
- Kurze Verweildauer im Haus: Wer in 5 Jahren ausziehen will, kriegt die Investition nicht wieder rein. Bei Hausverkauf bringt der Speicher selten den vollen Mehrwert.
- Anlage in Nord-Ausrichtung: Wenn die PV im Verhältnis zu den Anschaffungskosten wenig liefert, ist der Speicher das falsche Optimierungsziel.
Welche Speichergröße zu welchem Haushalt
Eine grobe Daumenregel, die in der Praxis ganz gut funktioniert:
- 1 Person: 5 bis 7 kWh Speicher
- 2 Personen: 7 bis 10 kWh
- 3 bis 4 Personen: 10 bis 13 kWh
- 4 Personen mit E-Auto und Wärmepumpe: 13 bis 18 kWh
Wer unsicher ist: lieber zu klein als zu groß. Ein zu großer Speicher wird im Sommer nicht voll, im Winter sowieso nicht. Das ist totes Kapital.
Was wir machen
Wir bauen die elektrische Seite ein: Hybrid-Wechselrichter, Speicheranschluss, Notstrom-Umschaltung, Anbindung an das Energiemanagement. Die Speicher-Module und Wechselrichter kommen typisch über einen PV-Fachbetrieb mit dem wir kooperieren. Vor der Bestellung schauen wir, ob die geplante Konfiguration zum Verbrauchsprofil passt. Wir verkaufen lieber einen kleineren passenden Speicher als einen großen, der die Jahre nicht voll wird.
Kontakt
Telefon: 0176 / 811 767 96 Mail: Info@Ehlers-Elektrotechnik.de Adresse: Billwerder Billdeich 601i, 21033 Hamburg
Wir machen die elektrische Seite von PV-Speichern in Hamburg-Bergedorf, Lohbrügge, Wentorf, Reinbek und Umland. Wenn Sie schon ein Angebot vorliegen haben und unsicher sind, ob die Größe passt: schicken Sie uns Ihre letzte Stromrechnung und das Angebot per Mail, wir geben eine ehrliche Einschätzung.