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Photovoltaik 7 Min Lesezeit

PV-Wartung: was, wann, von wem

PV-Wartung sinnvoll geplant: Module, Wechselrichter, Verkabelung, DGUV V3, Modulreinigung. Was Versicherung und Hersteller verlangen. Aus der Praxis in Hamburg.

PV-Wartung: was, wann, von wem

Eine PV-Anlage gilt als wartungsarm. Stimmt im Großen und Ganzen. „Wartungsarm" heißt aber nicht „wartungsfrei", und der Unterschied wird teuer, wenn er ignoriert wird. Hier eine ehrliche Übersicht, was wirklich gewartet werden muss, was Versicherung und Hersteller verlangen, und in welchen Intervallen sich das alles bewegt.

Was an einer PV-Anlage altert

Die kurze Liste der Komponenten, die Aufmerksamkeit brauchen:

  • Module: 25 bis 30 Jahre Lebensdauer, Leistungsverlust ca. 0,5 Prozent pro Jahr
  • Wechselrichter: 10 bis 15 Jahre, oft erstes Bauteil das stirbt
  • Speicher: 10 bis 15 Jahre, abhängig von Zyklenzahl und Hersteller
  • Verkabelung: 20 bis 30 Jahre, abhängig von UV-Belastung und Verlegeart
  • DC-Trennstellen und Sicherungen: 15 bis 20 Jahre, mechanische Belastung
  • Überspannungsschutz: ablesbar am Fenster, austauschpflichtig nach Auslösung

Diese Komponenten sterben nicht alle gleichzeitig. Eine 15 Jahre alte Anlage mit Original-Wechselrichter hat fast garantiert Aufmerksamkeitsbedarf. Eine Anlage in den ersten 5 Jahren braucht meist nur Sichtprüfung.

Empfohlene Wartungsintervalle

Aus unserer Praxis bei Anlagen in Bergedorf, Vier- und Marschlanden und Umland:

Maßnahme Intervall Wer
Sichtprüfung Module von unten jährlich Eigentümer
Wechselrichter-Logfile auslesen jährlich Elektriker oder Eigentümer
Verschraubungen Modulhalter prüfen alle 2 Jahre Elektriker (Dacharbeit)
Verkabelung, MC4-Stecker prüfen alle 4 Jahre Elektriker
DC-Trennstelle prüfen und reinigen alle 4 Jahre Elektriker
Überspannungsschutz prüfen jährlich Elektriker (Sichtfenster)
DGUV V3-Prüfung (gewerblich) alle 4 Jahre (gewerblich) Elektriker
Modulreinigung nach Bedarf Reinigungsbetrieb

Eine komplette Wartung machen wir typischerweise alle 4 Jahre. Dazwischen reicht eine kurze Sichtprüfung, die der Eigentümer selbst machen kann.

Was eine Wartung in der Praxis kostet

Für ein Einfamilienhaus mit 10 kWp und Speicher in Hamburg-Bergedorf: zwischen 250 und 400 Euro für eine vollständige 4-Jahres-Wartung. Das sind also rund 60 bis 100 Euro pro Jahr im Durchschnitt. Inhalt:

  • Auslesen Wechselrichter-Logfile und Auswertung der Erträge gegen Soll
  • Sichtprüfung der Module vom Boden (oder mit Drohne, falls notwendig)
  • Prüfung Verschraubungen an den Modulhaltern (auf dem Dach)
  • Überprüfung MC4-Stecker, sichtbare Verkabelung, DC-Trennstelle
  • Messung Isolationswiderstand der DC-Strings
  • Sichtprüfung Überspannungsschutz
  • Kurzprotokoll für die Akte

Bei größeren Anlagen oder gewerblichen Anlagen mit DGUV V3-Pflicht kommen weitere Messungen dazu, dann liegen die Kosten höher.

DGUV V3: Pflicht für gewerbliche Anlagen

Wer eine PV-Anlage auf dem Dach einer gewerblich genutzten Immobilie betreibt (Werkstatt, Bürogebäude, Mehrfamilienhaus mit gewerblicher Nutzeinheit), unterliegt der DGUV V3. Die Berufsgenossenschaft fordert eine wiederkehrende Prüfung ortsfester elektrischer Anlagen.

Intervall: in der Regel alle 4 Jahre. Bei besonderen Risiken auch kürzer.

Was gemessen wird: Isolationswiderstand, Schutzleiterverbindungen, Schleifenimpedanz, Funktion FI-Schalter, Sichtprüfung der gesamten Anlage. Protokoll wird erstellt und sollte 10 Jahre aufbewahrt werden.

Bei privaten Anlagen auf einem reinen Wohnhaus ist DGUV V3 nicht zwingend. Wir empfehlen die Messung trotzdem alle 6 bis 8 Jahre, vor allem als Nachweis für die Hausversicherung.

Modulreinigung: ja oder nein

Eine der häufigsten Fragen. Die Antwort hängt vom Standort ab:

Eher nein für die meisten Anlagen in Bergedorf und Umland. Hamburger Regen reinigt die Module zuverlässig. In den Vier- und Marschlanden, mit ländlicher Lage und Pollen oder Vogelkot, kann eine Reinigung sinnvoll sein.

Eher ja bei:

  • Anlagen mit flachem Neigungswinkel unter 15 Grad (Regen läuft schlecht ab)
  • Standort nahe an stark befahrenen Straßen (Rußschicht von Autos)
  • Anlagen in der Nähe von Bäumen mit hohem Pollenflug
  • Landwirtschaftliche Umgebung mit Staub und Erntearbeiten

Kosten für eine professionelle Reinigung: 200 bis 500 Euro für ein Einfamilienhaus, abhängig von Größe und Erreichbarkeit. Wirtschaftlich rechnet sich das nur, wenn die Anlage sichtbar verdreckt ist und der Ertrag um mehr als 5 Prozent unter Soll liegt.

Was Sie nicht tun sollten: selbst mit dem Hochdruckreiniger drauf. Mikrorisse in der Glasoberfläche, Eindringen von Wasser in die Modulanschlussdose, Bruch. Wenn Sie putzen lassen, dann durch einen Fachbetrieb mit Teleskopstange und entmineralisiertem Wasser.

Was die Versicherung verlangt

Die meisten Hausratversicherungen und Wohngebäudeversicherungen versichern PV-Anlagen mit, aber nur unter Bedingungen. Häufig steht im Kleingedruckten:

  • Anlage muss durch eingetragenen Fachbetrieb installiert sein
  • Wartung im üblichen Intervall ist nachzuweisen
  • Bei Hagelschäden, Sturmschäden oder Blitzschlag: Schadensanzeige innerhalb von 7 Tagen
  • Modulreinigung nur durch Fachbetrieb, sonst kein Versicherungsschutz bei Beschädigung

Wer keinen Wartungsnachweis vorlegen kann, riskiert im Schadensfall Streit mit der Versicherung. Wir liefern nach jeder Wartung ein Protokoll, das genau diesen Zweck erfüllt.

Was die Hersteller-Garantie verlangt

Garantieleistung gibt es bei Wechselrichtern und Speichern oft nur, wenn die Anlage „bestimmungsgemäß betrieben und gewartet" wurde. Was das genau heißt, steht im Garantieheft. Typische Bedingungen:

  • Wechselrichter darf nicht in zu warmer Umgebung montiert sein
  • Kühlschlitze müssen frei sein
  • Update der Wechselrichter-Firmware muss regelmäßig erfolgen (oft automatisch über WLAN)
  • Speicher muss innerhalb der zulässigen Zyklenzahl betrieben werden

Bei Wartungsbesuchen kontrollieren wir all das mit und dokumentieren es im Protokoll. So bleibt die Garantie sauber.

Was Sie als Eigentümer selbst tun können

  • Erträge im Auge behalten. Wechselrichter zeigt Tageserträge an. Wenn ein Vergleichstag im Vorjahr 30 kWh brachte und heute nur 15 kWh, ist etwas nicht in Ordnung.
  • Einmal im Jahr von unten auf die Module schauen. Sichtbare Defekte (Risse, Verfärbungen, lose Halterungen) sofort melden.
  • Wechselrichter-Display oder App regelmäßig prüfen. Fehlermeldungen ernst nehmen, nicht wegklicken.
  • Bei Sturm und Hagel danach kurz hochschauen. Schaden sichtbar? Foto machen, Versicherung informieren, dann uns anrufen.

Was wir machen

Wir bieten Wartungsverträge mit 4-Jahres-Intervall an, mit jährlicher Erinnerung. Auch einzelne Wartungen ohne Vertrag sind möglich. Bei Anlagen, die wir selbst gebaut haben, gibt es einen Treuerabatt auf die Wartung. Bei Anlagen anderer Betriebe übernehmen wir die Wartung auch, schauen aber beim ersten Termin etwas genauer hin.

Kontakt

Telefon: 0176 / 811 767 96 Mail: Info@Ehlers-Elektrotechnik.de Adresse: Billwerder Billdeich 601i, 21033 Hamburg

Wir warten PV-Anlagen in Hamburg-Bergedorf, Lohbrügge, Wentorf, Reinbek, Geesthacht und den Vier- und Marschlanden. Wenn Ihre Anlage älter als 8 Jahre ist und noch nie gewartet wurde: jetzt wäre ein guter Zeitpunkt.

Bereit für ein Angebot?

Aufmaß im Bezirk Bergedorf ist kostenlos. Wir sind ab 8 Uhr erreichbar.