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Wie viele Steckdosen pro Raum? Eine ehrliche Empfehlung

Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Bad: wie viele Steckdosen sinnvoll sind, wo sie hin sollten und wie man Smart-Home-Erweiterung vorbereitet.

Wie viele Steckdosen pro Raum? Eine ehrliche Empfehlung

Beim Neubau oder bei einer Komplettsanierung in Bergedorf, Wentorf oder Geesthacht sitzen wir oft mit Bauherren am Tisch und sprechen über Steckdosen. Fast immer zu wenig geplant. Fast immer Argument: „Brauchen wir doch nicht so viele." Drei Jahre später dann Verlängerungskabel überall. Hier eine ehrliche Empfehlung pro Raum.

Wohnzimmer: 8 bis 12 Steckdosen

Was alles dran hängt: TV, Receiver, Soundbar, Spielkonsole, Streaming-Box, Router, Lampen, Staubsauger-Robot, Tablet-Ladestation, manchmal Aquarium oder Klavier. Dazu kommen die Stellen, wo gelegentlich geladen wird (Handy auf der Couch).

Sinnvolle Verteilung:

  • TV-Wand: 4 bis 5 Steckdosen in Augenhöhe hinter dem Möbel (oft als Vierfachblock)
  • Sitzbereich: je 2 Doppelsteckdosen rechts und links neben der Couch
  • Esstisch: 1 Steckdose in der Wand für Stehlampe oder Laptop
  • Boden: 1 Bodenstaub-Saugersteckdose, lohnt sich oft nicht, aber Doppel in der Nähe der Couch reicht
  • Lese-Ecke oder Beistelltisch: 1 Doppelsteckdose

Mit 8 Steckdosen kommt man in einem normalen Wohnzimmer durch, 12 sind komfortabel. Bei einem offenen Wohn-Ess-Bereich von über 35 Quadratmeter eher 14 bis 16.

Schlafzimmer: 4 bis 6 Steckdosen

Was dran hängt: Nachttischlampen, Handy-Ladekabel, Wecker, manchmal TV, manchmal Schlafsofa. Tagsüber Staubsauger.

Verteilung:

  • Je 1 Doppelsteckdose links und rechts vom Bett (also 4 Anschlüsse insgesamt)
  • 1 Steckdose neben der Tür für Staubsauger
  • 1 Steckdose in der Nähe des Kleiderschranks (Bügeleisen, Beleuchtung im Schrank)
  • Optional: 1 Steckdose unter dem Schreibtisch, falls einer geplant ist

USB-Anschlüsse statt Standard-Steckdose sind eine Überlegung, gerade neben dem Bett. Hat aber den Nachteil, dass USB-Standards sich alle paar Jahre ändern. Wir empfehlen normale Steckdose plus Netzteil, das lässt sich später einfach austauschen.

Küche: 10 bis 15 Steckdosen

Wo in der Praxis die größten Lücken auftreten. Was alles dran hängt: Kühlschrank, Geschirrspüler, Backofen, Cerankochfeld oder Induktion, Mikrowelle, Dunstabzug, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Toaster, Stabmixer, Mixer, Küchenmaschine, Smoothie-Maker, Heißluftfritteuse, Fernseher in der Küche, Radio.

Faustregel: für jede Arbeitszone mindestens eine Doppelsteckdose oberhalb der Arbeitsplatte. Plus eigene Stromkreise für Backofen, Spülmaschine, Kühlschrank.

Konkret:

  • Hinter Backofen: 1 (eigener Stromkreis mit höherer Absicherung, oft Drehstrom bei Induktion mit Backofen)
  • Hinter Geschirrspüler: 1 (eigener Stromkreis)
  • Hinter Kühlschrank: 1 (möglichst eigener Stromkreis, damit der Kühlschrank nicht ausfällt, wenn der Toaster den Sicherungsautomat auslöst)
  • Hinter Dunstabzug: 1
  • Über Arbeitsplatte: 6 bis 8 Steckdosen (Doppelsteckdosen empfohlen), verteilt auf zwei oder drei Arbeitszonen
  • Auf Kochinsel: 2 bis 4, je nach Größe der Insel
  • Esstheke oder Frühstückstisch: 1 bis 2
  • Boden zum Saugen: 1 in der Diele reicht meistens

Wer mit 15 Steckdosen plant, ist gut aufgestellt. Mit 20 ist üppig, aber nicht übertrieben bei einer großzügigen Küche.

Bad: 3 bis 4 Steckdosen plus FI-Schutz

Im Bad gilt: jede Steckdose mit FI-Schutzschalter (RCD) absichern. Mindestabstand zur Badewanne und zum Waschbecken nach DIN VDE 0100-701 beachten: in Zone 2 (also bis 60 Zentimeter vom Wannenrand) keine Steckdose, in Zone 3 nur mit FI.

Sinnvolle Anzahl:

  • Am Waschbecken: 1 Doppelsteckdose (Föhn, Rasierer, elektrische Zahnbürste)
  • Bei separatem Schminktisch: zusätzlich 1
  • Am Waschmaschinen-Anschluss (falls Bad): 1
  • Optional in der Nähe der Toilette für Spülrandreinigung oder Dusch-WC: 1

Bei einem Gäste-WC reicht oft eine einzelne Steckdose mit FI. Wir sehen aber gerade beim Trend zu Dusch-WCs, dass nachträglich neue Steckdosen gezogen werden müssen, weil ursprünglich keine vorgesehen war. Lieber gleich mitplanen.

Mindestabstand zu Wasser

Nochmal zum Mitschreiben für Bauherren: Steckdosen dürfen nicht beliebig nah an Spüle, Waschbecken, Wanne, Dusche. Faustregel im Bad: 60 Zentimeter Sicherheitsabstand zur Wassergrenze. In der Küche neben der Spüle: 30 Zentimeter sind das übliche Maß, manchmal etwas mehr. Wer das ignoriert, riskiert nicht nur eine spannungsführende Pfütze, sondern auch Probleme mit der Versicherung im Schadensfall.

Vorbereitung fürs Smart Home

Wer beim Neubau überlegt, später vielleicht KNX oder ein Funk-System zu nutzen, sollte Folgendes mitziehen lassen:

  • Tiefere Schalter- und Steckdosendosen (60 statt 40 Millimeter Einbautiefe). Dann passen später Aktoren und Sensorik hinein.
  • Neutralleiter in jeder Schalterdose. Klassische Wechselschaltungen kommen ohne aus, viele smarte Schalter brauchen ihn aber.
  • Leerrohre vom Sicherungsschrank zu zentralen Punkten (TV-Wand, Esstisch, Wohnzimmerdecke).
  • Bus-Leitung mitziehen, auch wenn aktuell noch nicht genutzt. Die Kosten dafür sind im Bauablauf gering.

Das kostet vielleicht 800 bis 1.500 Euro Mehrpreis bei einem Einfamilienhaus, ist aber später nicht mehr nachholbar ohne Stemmarbeiten.

Beispiel-Neubau in Wentorf

Einfamilienhaus, 152 Quadratmeter, 2025 fertiggestellt. Verteilung der Steckdosen pro Raum:

  • Wohnen-Essen-Küche offen, 52 Quadratmeter: 28 Steckdosen (davon 12 in der Küche)
  • Schlafzimmer Eltern, 18 Quadratmeter: 6
  • Schlafzimmer Kind 1, 14 Quadratmeter: 5
  • Schlafzimmer Kind 2, 12 Quadratmeter: 5
  • Bad oben, 9 Quadratmeter: 4
  • Gäste-WC, 3 Quadratmeter: 1
  • Hauswirtschaftsraum mit Waschmaschine und Trockner: 6
  • Hauswirtschaftsraum ist auch Hausanschlussraum: zusätzlich 2 in der Nähe des Sicherungsschranks für später
  • Flur unten, 8 Quadratmeter: 2
  • Flur oben, 6 Quadratmeter: 2
  • Diele am Eingang: 2
  • Keller: 4 verteilt
  • Garage: 4
  • Außen: 2 (Terrasse, Vorgarten)

Gesamt: 73 Steckdosen. Mehrpreis gegenüber Standard-Ausstattung (laut Baufirma „solides Mittelmaß" mit rund 45 Steckdosen): ungefähr 1.400 Euro Material und Arbeit. Im Verhältnis zu den Gesamtkosten des Hauses: nicht der Rede wert.

Was wir empfehlen

Bei der Planung lieber 20 Prozent mehr als nach Gefühl. Wer hinterher Verlängerungskabel und Mehrfachsteckdosen sieht, hat zu wenig geplant. Das ist nicht nur unschön, sondern auch ein Brandrisiko bei Geräten mit hoher Leistung.

Wir kommen für Neubau-Planungen im Bezirk Bergedorf und im Umland gerne vorbei, sehen uns die Pläne an und geben eine konkrete Empfehlung, raumweise. Das ist Teil unserer Vorab-Beratung und kostet nichts, wenn wir den Auftrag bekommen.

Kontakt

Ehlers Elektrotechnik, Billwerder Billdeich 601i, 21033 Hamburg. Telefon 0176 / 811 767 96, Mail Info@Ehlers-Elektrotechnik.de.

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