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Wallbox 6 Min Lesezeit

Wallbox 11 kW oder 22 kW: was passt zu wem?

11 kW oder 22 kW Wallbox? Praxisvergleich aus Hamburg: Ladegeschwindigkeit, Anmeldung, Stromkosten und welches E-Auto wirklich davon profitiert.

Wallbox 11 kW oder 22 kW: was passt zu wem?

Die ehrlichste Antwort vorweg: bei rund 90 Prozent unserer Wallbox-Kunden in Bergedorf, Lohbrügge und Reinbek bauen wir 11 kW ein. Nicht weil 22 kW schlecht wäre, sondern weil die meisten Privathaushalte den zusätzlichen Aufwand nicht zurückbekommen. Trotzdem gibt es Fälle, in denen sich die 22 kW lohnen. Hier der nüchterne Vergleich.

Was bedeuten 11 kW und 22 kW überhaupt?

Beide Werte beschreiben die maximale Leistung, mit der die Wallbox Strom an Ihr Auto abgibt. Eine 11-kW-Wallbox arbeitet dreiphasig mit 16 Ampere pro Phase, eine 22-kW-Wallbox dreiphasig mit 32 Ampere pro Phase. Der Unterschied ist also die Stromstärke, nicht die Spannung.

Was am Auto tatsächlich ankommt, hängt nicht nur von der Wallbox ab, sondern auch davon, was der Onboard-Charger des Fahrzeugs schluckt. Und genau hier liegt der wichtigste Punkt.

Ladegeschwindigkeit in der Praxis

Eine Stunde Laden bringt bei voller Leistung folgende Reichweite (Faustformel: 1 kWh entspricht etwa 5 km Reichweite bei einem durchschnittlichen E-Auto):

Wallbox Ladeleistung km pro Stunde Zeit für 50 kWh
11 kW dreiphasig 16 A ca. 55 km rund 4,5 Stunden
22 kW dreiphasig 32 A ca. 110 km rund 2,3 Stunden

Klingt erstmal nach Faktor zwei. Ist es theoretisch auch. Praktisch nur, wenn das Auto mitspielt.

Was Ihr Auto wirklich kann

Die meisten in Deutschland verkauften E-Autos haben einen Onboard-Charger, der nur 11 kW verarbeitet. Das gilt unter anderem für:

  • VW ID.3, ID.4, ID.7 (Serienausstattung 11 kW, 22 kW oft nicht bestellbar)
  • BMW i4 und iX1 (11 kW serienmäßig)
  • Mercedes EQA, EQB (11 kW)
  • Hyundai Ioniq 5, Kona Elektro (11 kW)
  • Tesla Model 3 und Model Y (11 kW serienmäßig)

22 kW AC-Laden können dagegen unter anderem:

  • Renault Zoe (alle Modelle ab 2018)
  • Smart EQ
  • Audi e-tron GT (mit optionalem 22-kW-Lader)
  • einige Tesla Model S aus älteren Baujahren

Heißt im Klartext: wer ein VW ID.4 in der Garage stehen hat und sich eine 22-kW-Wallbox einbauen lässt, lädt trotzdem mit 11 kW. Die Wallbox kann nicht mehr abgeben, als das Auto annimmt.

Anmeldung beim Netzbetreiber

Hier wird der Unterschied richtig praktisch. In Hamburg läuft alles über Stromnetz Hamburg:

  • 11 kW: nur Anmeldung. Das Formular füllen wir aus, sobald die Wallbox eingebaut ist. Sie dürfen direkt laden.
  • 22 kW: Genehmigung erforderlich. Erst nach schriftlicher Zustimmung des Netzbetreibers in Betrieb nehmen. Bearbeitungszeit aktuell drei bis sechs Wochen, manchmal länger.

In Quartieren mit älterer Netzinfrastruktur (zum Beispiel Teile von Lohbrügge oder die Vier- und Marschlanden) lehnt Stromnetz Hamburg 22 kW gelegentlich ab, weil der Trafo die zusätzliche Last nicht packt. Dann müssten Sie auf 11 kW drosseln lassen, was die ganze Bestellung im Nachhinein sinnlos macht.

Stromkosten

Der Stromtarif ändert sich durch die Wallbox-Leistung nicht. Wer 50 kWh in sein Auto schickt, zahlt 50 kWh, egal ob in zwei oder vier Stunden. Was sich ändern kann, ist die Netzentgelt-Struktur bei einigen Energieversorgern. Manche Tarife für E-Mobilität setzen voraus, dass die Wallbox steuerbar ist, also über § 14a EnWG vom Netzbetreiber gedimmt werden kann. Das gilt für beide Leistungsklassen.

Kosten Wallbox plus Installation

Die Wallboxen selbst kosten ungefähr gleich. Eine Heidelberg Energy Control gibt es in beiden Varianten für rund 600 Euro. Bei KEBA oder Mennekes liegen die Preise zwischen 800 und 1.400 Euro, ebenfalls leistungsunabhängig.

Der Unterschied liegt im Kabel und in der Absicherung. Eine 22-kW-Anlage braucht stärkere Querschnitte (mindestens 5x6 mm² statt 5x2,5 mm²) und kräftigere FI/LS-Kombinationen. In Summe meistens 300 bis 600 Euro Mehrkosten beim Material, plus die zusätzlichen Wochen Wartezeit auf die Genehmigung.

Wann lohnen sich 22 kW trotzdem?

Es gibt klare Fälle:

  • Sie fahren einen Renault Zoe oder ein anderes Fahrzeug mit 22-kW-Lader und legen täglich 200+ km zurück
  • Mehrere E-Autos im Haushalt, die abwechselnd schnell wieder voll sein müssen
  • Gewerbliche Nutzung, etwa Pflegedienst oder Lieferfahrzeug, die in der Mittagspause nachladen
  • Sie haben eine PV-Anlage über 15 kWp und möchten den Mittags-Überschuss möglichst schnell ins Auto schieben

Für den klassischen Pendler mit einem ID.3 in der Einfahrt ist 22 kW dagegen rausgeworfenes Geld.

Unsere Empfehlung

Für 11 kW reicht in fast allen Fällen. Über Nacht ist auch ein leerer 75-kWh-Akku wieder voll, und beim Pendeln laden Sie sowieso nur 10 bis 20 kWh nach. Wer sich trotzdem 22 kW einbauen lässt, sollte vorher klären: hat mein Auto den passenden Lader, und macht Stromnetz Hamburg in meiner Straße überhaupt mit?

Im Zweifel rufen Sie uns an, bevor Sie bestellen. Wir schauen vor Ort, fragen bei Stromnetz Hamburg die Anschlussleistung an Ihrem Zähler ab und sagen Ihnen ehrlich, was geht.

Kontakt

Telefon: 0176 / 811 767 96 Mail: Info@Ehlers-Elektrotechnik.de Adresse: Billwerder Billdeich 601i, 21033 Hamburg

Wir installieren Wallboxen im Bezirk Bergedorf, in Reinbek, Wentorf, Geesthacht und Glinde. Erstgespräch am Telefon ist kostenlos.

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