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Beleuchtung 6 Min Lesezeit

Bewegungs- oder Präsenzmelder: was wo richtig ist

Funktionsunterschied, Einsatzbereiche, Erfassungsbereich und Smart-Home-Integration: was Bewegungsmelder von Präsenzmeldern unterscheidet.

Bewegungs- oder Präsenzmelder: was wo richtig ist

Kunden in Bergedorf fragen oft nach „so einem Bewegungsmelder fürs Treppenhaus". Wir fragen dann zurück: brauchen Sie wirklich einen Bewegungsmelder oder eher einen Präsenzmelder? Das ist nicht dasselbe, kostet auch nicht dasselbe, und im falschen Raum ist das eine die Falsche Wahl. Hier die Aufklärung.

Der Funktionsunterschied

Bewegungsmelder. Erkennt Bewegung von Wärmequellen über einen PIR-Sensor (Passiv-Infrarot). Sobald sich etwas Warmes bewegt, also ein Mensch, ein Hund, manchmal auch nur ein Sonnenstrahl, der über einen Heizkörper streicht, schaltet er. Bleibt die Person stehen, erkennt er sie nach kurzer Zeit nicht mehr. Das Licht geht aus, obwohl noch jemand im Raum ist.

Präsenzmelder. Erkennt auch sehr kleine Bewegungen, deutlich feiner. Atmen am Schreibtisch, Tastatur tippen, leichtes Drehen auf dem Stuhl: das reicht aus, damit das Licht anbleibt. Technisch sitzt darin ein hochempfindlicherer Sensor, oft zusätzlich mit eingebauter Helligkeitsmessung. Erkennt also nicht nur Bewegung, sondern auch, ob es draußen schon hell genug ist.

Kurz gesagt: Bewegungsmelder schaltet bei groben Bewegungen ein. Präsenzmelder hält Licht so lange an, wie jemand im Raum ist.

Einsatzbereiche, wo Bewegungsmelder reicht

  • Hauseingang außen. Soll nur kurz Licht geben, wenn jemand kommt. Bewegungsmelder ist hier ideal, oft mit Dämmerungsschalter kombiniert.
  • Garage. Wer reinfährt, will Licht, wer das Auto holt, will Licht. Stehenbleiben ist hier kein Thema.
  • Flur und Diele. Im Vorbeigehen Licht an, nach drei Minuten aus. Reicht völlig.
  • Treppenhaus im Mehrfamilienhaus. Klassisch. Hier sind nach DIN-Vorschriften ohnehin Bewegungsmelder oder Treppenhausautomaten Pflicht.
  • Kellerräume. Wer durchgeht, will sehen wohin. Wer 20 Minuten am Werktisch steht, kann den Schalter manuell betätigen.

Einsatzbereiche, wo Präsenzmelder die richtige Wahl ist

  • Büro und Arbeitszimmer. Wer ruhig am Schreibtisch sitzt, will nicht alle drei Minuten mit den Armen wedeln müssen.
  • Lager- und Werkstatträume. Wer an der Werkbank fokussiert arbeitet, bewegt sich wenig.
  • Toiletten und Bäder. Klassischer Stolperstein: Bewegungsmelder fürs Gäste-WC einbauen, dann sitzt jemand ruhig und das Licht geht aus. Präsenzmelder löst das.
  • Besprechungsräume. Sobald die Diskussion ruhig wird und alle nachdenken, soll das Licht nicht abdrehen.
  • Klassenzimmer und Praxen. Hier wird ohnehin oft mit Präsenzmeldern kombiniert mit Helligkeitsregelung, damit nur soviel Kunstlicht zugeschaltet wird, wie nötig ist.

Erfassungsbereich verstehen

Jeder Melder hat einen Erfassungswinkel und eine Reichweite. Typische Werte:

  • Innenbereich Decke: 360 Grad Erfassung, 4 bis 8 Meter Durchmesser
  • Außenbereich Wand: 90 bis 180 Grad, 8 bis 12 Meter Reichweite
  • Hochempfindliche Präsenzmelder Decke: 360 Grad, 6 bis 10 Meter, dabei aber feinere Erkennung in einem inneren Kreis von 3 bis 4 Metern

Wichtig: die feine Bewegungserkennung eines Präsenzmelders funktioniert nur in der Mitte des Erfassungsfelds. Wer am Rand sitzt, wird wieder als „grobe Bewegung" gesehen. Das heißt: Präsenzmelder gehören möglichst direkt über den Arbeitsplatz, nicht in eine Ecke.

Nachlaufzeit einstellen

Bei den meisten Meldern lässt sich einstellen, wie lange das Licht nach dem letzten Erkennen anbleibt. Typische Werte:

  • Treppenhaus: 1 bis 2 Minuten
  • Flur und Diele: 2 bis 4 Minuten
  • WC und Bad: 5 bis 10 Minuten
  • Büro: 10 bis 20 Minuten
  • Außen: 30 Sekunden bis 2 Minuten

Wer die Nachlaufzeit zu kurz wählt, ärgert sich. Wer sie zu lang wählt, verschenkt Strom. Bei guten LED-Lampen ist der Stromverbrauch so niedrig, dass eine etwas großzügigere Nachlaufzeit kaum auffällt.

Helligkeitsmessung: nicht jeder Melder kann das

Die meisten Bewegungs- und Präsenzmelder haben einen integrierten Helligkeitssensor. Damit lässt sich einstellen, ab welcher Umgebungshelligkeit überhaupt geschaltet wird. Beispiel Büro: das Tageslicht reicht vormittags völlig aus, das Licht muss nicht zusätzlich an. Wenn es nachmittags trüber wird, schaltet der Melder dann automatisch zu.

Bei billigen Modellen aus dem Baumarkt ist diese Funktion oft ungenau oder nervig zu kalibrieren. Bei Markenware (Steinel, BEG, Theben) funktioniert das deutlich zuverlässiger. Wir setzen seit Jahren überwiegend BEG ein, weil die Lebensdauer und die Einstellmöglichkeiten überzeugen.

Smart-Home-Integration

Wer ein KNX- oder DALI-System hat, baut keine klassischen Melder ein, sondern Sensoren, die ihre Information auf den Bus geben. Vorteile:

  • Lichtszenen pro Tageszeit
  • Verknüpfung mit Rollladen, Heizung, Lüftung
  • Anwesenheits-Logik fürs ganze Haus (wenn niemand zuhause, alles aus)
  • Logs darüber, wie ein Raum genutzt wird

Im klassischen Aufbau ist der Melder selbst Schalter und Sensor in einem. Im Smart-Home-Aufbau ist der Sensor nur der Geber, das Schalten übernimmt eine zentrale Logik.

Kosten

Grobe Anhaltspunkte für unsere Region:

  • Bewegungsmelder Außen mit Dämmerungssensor, Markenware, eingebaut: 130 bis 220 Euro
  • Bewegungsmelder Decke innen: 100 bis 180 Euro
  • Präsenzmelder Decke fürs Büro, Markenware mit Helligkeitssensor: 180 bis 320 Euro
  • KNX-Präsenzmelder mit Helligkeitsmessung: ab 240 Euro, plus Verkabelung und Programmierung

Wer einen alten Schalter gegen einen Wand-Bewegungsmelder tauschen lassen will, kommt mit ungefähr 90 bis 150 Euro inklusive Material aus, vorausgesetzt es liegt ein Neutralleiter in der Dose. Wenn nicht, wird es etwas aufwendiger.

Typische Fehleinsätze, die wir korrigieren

  • Bewegungsmelder im Gäste-WC. Klassiker, wir tauschen das mehrmals pro Monat gegen Präsenzmelder.
  • Bewegungsmelder im Büro über dem Schreibtisch. Funktioniert nur, solange jemand fleißig arbeitet, beim ruhigen Lesen geht das Licht aus.
  • Außenmelder zu weit unten montiert. Erfassen Hunde und Katzen, schalten ständig. Höhe 2,20 bis 2,50 Meter ist meistens ideal.
  • Melder direkt über Heizungen oder Klimaanlagen. Werden durch Warmluft ausgelöst.
  • Zu enger Erfassungswinkel im Treppenhaus. Schaltet erst, wenn man schon auf der Treppe ist.

Diese Fehler kosten meist nicht viel zu korrigieren, weil das Loch in der Wand schon da ist. Wir tauschen den Sensor selbst.

Kontakt

Ehlers Elektrotechnik, Billwerder Billdeich 601i, 21033 Hamburg. Telefon 0176 / 811 767 96, Mail Info@Ehlers-Elektrotechnik.de. Wir arbeiten in Bergedorf, Lohbrügge, Wentorf, Reinbek, Geesthacht und Glinde. Aufmaß-Termin im Bezirk kostenlos.

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