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Beleuchtung 6 Min Lesezeit

LED-Beleuchtung: was wirklich rausgeholt wird

Stromverbrauch, Lebensdauer, Farbtemperatur: was an LED-Werbung stimmt, was nicht, und was ein 4-Personen-Haus realistisch spart.

LED-Beleuchtung: was wirklich rausgeholt wird

Seit die klassische Glühbirne 2012 aus den Regalen verschwunden ist, hat fast jeder Haushalt umgestellt. Trotzdem fragen Kunden in Bergedorf, Lohbrügge und Wentorf immer wieder: lohnt sich das wirklich, oder ist da viel Werbung dabei? Hier eine ehrliche Einschätzung aus der Praxis.

Der Stromverbrauch: das stimmt

Eine alte 60-Watt-Glühbirne liefert ungefähr 700 Lumen Helligkeit. Eine moderne LED schafft dieselbe Helligkeit mit 7 bis 9 Watt. Das ist Faktor 7 bis 8 weniger. Wer in einem normalen Vier-Personen-Haushalt rund 15 Leuchtstellen täglich nutzt, jede im Schnitt drei Stunden, kommt mit Glühbirnen auf etwa 985 Kilowattstunden pro Jahr. Mit LED reden wir über 130 Kilowattstunden. Bei einem Strompreis von 38 Cent pro Kilowattstunde (Stand Hamburg, Frühjahr 2026) macht das eine Ersparnis von rund 325 Euro im Jahr. Das ist real, nicht Marketing.

Die Lebensdauer: das stimmt so halb

Auf jeder Packung steht 25.000 oder 50.000 Stunden. In der Praxis erreichen das die wenigsten Lampen. Gründe gibt es mehrere: schlechte Treiber-Elektronik in günstigen Modellen, Wärmestau in geschlossenen Leuchten, häufiges Ein- und Ausschalten bei Bewegungsmeldern, oder schlicht eine schlechte Charge.

Was wir bei Kunden im Bezirk Bergedorf realistisch sehen:

  • Markenware (Osram, Philips, Ledvance, Trilux) hält oft 8 bis 15 Jahre bei normaler Nutzung
  • Billigware aus dem Discounter oder vom Online-Marktplatz ist nach 1 bis 3 Jahren tot
  • Bei Einbaustrahlern in der Decke (wenig Belüftung) sinkt die Lebensdauer um geschätzt ein Drittel
  • LEDs werden nicht plötzlich kaputt, sondern langsam dunkler. Wenn eine Lampe nur noch 60 Prozent leuchtet, ist sie technisch am Ende

Farbtemperatur und CRI: das wird oft falsch gemacht

Farbtemperatur in Kelvin sagt, ob das Licht warm oder kalt wirkt. Faustregel:

  • 2.700 Kelvin: warm, ähnlich Glühbirne, gut für Wohnzimmer und Schlafzimmer
  • 3.000 Kelvin: neutralweiß-warm, gut für Küche und Bad
  • 4.000 Kelvin: neutralweiß, gut für Arbeitsplätze, Garage, Werkstatt
  • 5.000 bis 6.500 Kelvin: tageslichtweiß, eher fürs Büro oder die Praxis

Was viele übersehen: der CRI-Wert, also der Farbwiedergabeindex. Der sagt, wie natürlich Farben unter der Lampe aussehen. Glühbirne hatte 100, gute LED schafft 90 oder höher, billige LEDs liegen bei 70 bis 80. Wer im Bad mit CRI 75 vorm Spiegel steht und sich rasiert, sieht die Haut leicht grünlich. Wir empfehlen: ab CRI 90 aufwärts kaufen. Das steht auf der Packung, manchmal als „Ra".

Dimmen: nicht jede LED kann das

Auf der Verpackung muss „dimmbar" stehen, sonst wird sie es nicht. Und selbst dann braucht der Dimmer einen passenden Typ (Phasenabschnitt für die meisten LEDs). Wir haben dazu einen eigenen Magazin-Artikel, weil das Thema oft Probleme macht: Flackern, Brummen, frühes Sterben der Lampe. Wer dimmen will, sollte die LED und den Dimmer als Paar planen, nicht einzeln kaufen.

Treiber-Probleme: das wird unterschätzt

Jede LED hat eine kleine Elektronik im Sockel, die den Strom umwandelt. Diese Elektronik ist meistens der erste Bauteil, der stirbt. In billigen Lampen sitzt sie im engen Sockel, wird heiß, gibt nach ein paar Hundert Stunden auf. In guten Lampen ist sie großzügiger dimensioniert oder ausgelagert in ein externes Netzteil. Bei Einbaustrahlern lohnt sich darauf zu achten: der Treiber ist getrennt vom Leuchtmittel verbaut und lässt sich tauschen, ohne die ganze Lampe wegzuwerfen.

Billige LED versus Markenware: Rechenbeispiel

Eine LED-Birne vom Discounter kostet 2,50 Euro und hält drei Jahre. Markenware kostet 8 Euro und hält zehn Jahre. Über zehn Jahre gerechnet: bei Discount-Ware kauft man dreimal nach, ergibt 7,50 Euro plus Aufwand für den Wechsel. Bei Marke einmalig 8 Euro. Auf den ersten Blick fast gleich. Aber: die Markenware leuchtet konstanter, der CRI bleibt stabil, und das Risiko, im falschen Moment im Dunkeln zu stehen, ist kleiner. Wir empfehlen Marke, besonders bei schwer zugänglichen Einbaupositionen.

Beispielrechnung für ein Vier-Personen-Haus

Reihenhaus in Lohbrügge, Baujahr 1968, 130 Quadratmeter. Zustand vor der Umrüstung: 18 Glühbirnen und 6 Halogenstrahler in der Küche. Nach der Umrüstung: 18 LED-Birnen (8 Watt warmweiß) und 6 LED-Strahler (5 Watt). Jährlicher Verbrauch sank von ungefähr 1.150 auf 175 Kilowattstunden. Stromersparnis pro Jahr: rund 370 Euro. Materialkosten der Umrüstung: 280 Euro. Arbeitsaufwand, wenn der Kunde es selbst macht: ein Nachmittag. Wenn wir es im Rahmen einer anderen Arbeit mitmachen, eine Stunde mehr.

Die Investition rechnet sich in unter einem Jahr. Das ist eine der wenigen Sanierungs-Maßnahmen, bei denen das so deutlich der Fall ist.

Was wir empfehlen

Bei Neubau und Sanierung in Bergedorf, Wentorf und Geesthacht setzen wir grundsätzlich LED ein. Bei Bestandskunden, die noch alte Halogen-Spots im Wohnzimmer haben, empfehlen wir den Tausch dann, wenn sowieso eine Lampe gewechselt werden muss. Komplett-Umrüstung in einem Rutsch ist selten wirtschaftlich notwendig.

Wer unsicher ist, ob die Beleuchtung im Haus sinnvoll geplant ist, kann uns für eine Begehung holen. Wir gehen durch, schätzen Verbrauch, Lichtqualität, Empfehlung. Das ist meist eine Stunde Arbeit und kostet weniger als die spätere Fehleinkäufe.

Kontakt

Ehlers Elektrotechnik, Billwerder Billdeich 601i, 21033 Hamburg. Telefon 0176 / 811 767 96. Mail an Info@Ehlers-Elektrotechnik.de. Wir kommen im Bezirk Bergedorf, in Reinbek, Wentorf, Geesthacht und Glinde.

Bereit für ein Angebot?

Aufmaß im Bezirk Bergedorf ist kostenlos. Wir sind ab 8 Uhr erreichbar.