WhatsApp

Sicherheit 6 Min Lesezeit

FI-Schalter: was er tut und wann er Pflicht ist

Wie ein FI-Schalter funktioniert, wo er gesetzlich vorgeschrieben ist und was eine Nachrüstung kostet. Klartext aus dem Elektrohandwerk.

FI-Schalter: was er tut und wann er Pflicht ist

Wir bekommen die Frage regelmäßig: „Brauche ich einen FI in meiner Wohnung?" Die kurze Antwort: in jedem Neubau und in jeder Sanierung der letzten Jahre ja. In älteren Wohnungen ist es oft nicht installiert, obwohl es heute zur Standard-Ausstattung gehört. Hier die längere Antwort.

Was ein FI-Schalter wirklich macht

Der FI-Schalter, korrekt Fehlerstrom-Schutzschalter oder RCD (Residual Current Device), ist ein Lebensretter. Er macht eine simple, aber entscheidende Sache: er überwacht, ob der Strom, der über den Außenleiter in einen Stromkreis fließt, auch komplett über den Neutralleiter zurückkommt. Wenn es eine Differenz gibt, fließt irgendwo Strom ab, wo er nicht hingehört. Etwa durch einen Menschen, der einen defekten Föhn anfasst. Oder durch eine feuchte Wand, in der eine Leitung beschädigt ist.

Sobald die Differenz einen festen Wert überschreitet, in der Regel 30 Milliampere, schaltet der FI innerhalb von etwa 200 Millisekunden den Strom ab. Das ist schnell genug, um Herzkammerflimmern zu verhindern. Ohne FI kann der gleiche Stromschlag tödlich sein.

Wo der FI gesetzlich Pflicht ist

Die Normen ändern sich über die Jahre, aber Stand 2026 gelten folgende Regeln für Bestandsanlagen in Wohngebäuden:

  • In Bädern: Pflicht seit 1984. Wer ein älteres Bad ohne FI hat, lebt nach veralteten Vorschriften.
  • In Außenbereichen (Steckdosen auf der Terrasse, im Garten): Pflicht seit langem
  • In allen Stromkreisen für Steckdosen bis 32 Ampere: Pflicht für Neuinstallationen seit 2007
  • In feuchten Räumen wie Waschküchen, Kellern mit Wasseranschluss
  • In Stromkreisen für Wallboxen (hier zusätzlich FI vom Typ B oder eingebauter DC-Schutz)
  • In Kinderzimmern und Bereichen mit erhöhtem Risiko (zusätzliche Empfehlung)

Bei Sanierungen gilt die Regel: sobald ein Stromkreis substanziell verändert wird, muss er nach aktuellem Stand der Technik wiederhergestellt werden. Wer also in seinem Bad neue Steckdosen setzen lässt, bekommt zwangsläufig auch FI-Schutz mit dazu.

Ist mein Bad ohne FI sofort gefährlich?

Nein, nicht zwangsläufig. Millionen Bäder in Deutschland sind ohne FI in Betrieb, ohne dass jeden Tag jemand stirbt. Aber das Risiko ist real, und es lässt sich für überschaubares Geld eliminieren. Wer Kinder im Haushalt hat, wer einen elektrischen Föhn, einen elektrischen Rasierer oder eine Waschmaschine nutzt, ist mit einem FI-Schalter deutlich sicherer dran.

Was eine Nachrüstung kostet

Ein FI-Schalter selbst kostet als Bauteil zwischen 50 und 120 Euro, abhängig von Empfindlichkeit und Bauart. Der Aufwand für die Installation hängt davon ab, ob im Zählerschrank genug Platz ist und wie die Stromkreise aufgeteilt sind.

Grobe Hausnummern aus der Praxis:

Situation Aufwand Kosten gesamt
Ein FI für einen Stromkreis (z. B. Bad), Platz im Schrank vorhanden 1 bis 2 Stunden 250 bis 400 Euro
Mehrere FIs für die wichtigsten Stromkreise (Bad, Küche, Außen) halber Tag 600 bis 900 Euro
Zählerschrank-Modernisierung mit selektiven FI/LS-Schaltern für alle Stromkreise 1 Tag 1.500 bis 2.500 Euro

Bei manchen Wohnungen ist der Zählerschrank so eng, dass kein zusätzlicher FI mehr reinpasst. Dann gibt es zwei Optionen: Unterverteilung in einem Schrank im Flur oder Schlafzimmer setzen, oder den kompletten Zählerschrank tauschen. Wir prüfen das beim Aufmaß und sagen ehrlich, was sinnvoll ist.

FI-Test selber machen

Jeder FI-Schalter hat eine Test-Taste. Diese Taste sollte einmal alle sechs Monate gedrückt werden. Funktioniert er, schaltet er sofort ab, der Stromkreis ist tot, man muss ihn wieder einschalten. Funktioniert er nicht, blinkt nichts, fliegt nichts: dann ist er kaputt und muss getauscht werden.

In Hamburger Mietwohnungen ist die Hausverwaltung dafür zuständig, dass ein FI vorhanden ist und funktioniert. Wer Mieter ist und kein FI hat, kann sich auf die VDE-Normen berufen und einen Antrag stellen.

Was viele falsch verstehen

Drei häufige Missverständnisse:

„Ich habe ja Sicherungen, das reicht." Sicherungen, also Leitungsschutzschalter, schützen die Leitung vor Überlast und Kurzschluss. Sie schützen aber nicht den Menschen vor einem Stromschlag. Das ist Aufgabe des FI.

„Bei mir gibt es ja einen Schutzleiter (PE)." Ein Schutzleiter sorgt nur dafür, dass im Fehlerfall der Strom über die Erde abfließt und die Sicherung auslöst. Wenn der Schutzleiter nicht korrekt funktioniert oder ein Gerät keinen Schutzleiteranschluss hat, hilft er nicht. Der FI dagegen schaltet immer ab, sobald Strom irgendwo entwischt.

„Mein FI ist 30 Jahre alt, der wird schon noch funktionieren." Wahrscheinlich tut er das. Aber jedes mechanische Bauteil altert. Ein 30 Jahre alter FI ist im Zweifelsfall langsamer und weniger zuverlässig als ein neuer. Bei einer ohnehin geplanten Modernisierung ist Tausch sinnvoll.

Wenn Sie unsicher sind

Wir kommen kostenlos zum Aufmaß im Bezirk Bergedorf vorbei. Sie zeigen uns den Sicherungskasten, wir sagen Ihnen, ob ein FI da ist, ob er funktioniert, ob die Anlage Stand der Technik ist, und was wir empfehlen.

Telefon: 0176 / 811 767 96 Mail: Info@Ehlers-Elektrotechnik.de

Bereit für ein Angebot?

Aufmaß im Bezirk Bergedorf ist kostenlos. Wir sind ab 8 Uhr erreichbar.