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Wärme 6 Min Lesezeit

Elektrische Fußbodenheizung im Bad: lohnt sich das wirklich?

Elektrische Fußbodenheizung im Bad: wann sinnvoll, wann nicht. Verlegung, FI-Anschluss, Stromkosten in der Praxis. Beispielprojekt aus Reinbek.

Elektrische Fußbodenheizung im Bad: lohnt sich das wirklich?

Wer schon mal an einem Januarmorgen aus der Dusche auf kalte Bodenfliesen getreten ist, weiß, warum die Frage immer wieder kommt. Eine elektrische Fußbodenheizung im Bad kostet überschaubar, ist bei Sanierung in einem Tag drin und macht den Unterschied zwischen Kälteschock und Wohnkomfort. Aber sie hat auch Tücken, und nicht jedes Bad ist der richtige Ort dafür.

Wir verbauen die Heizmatten regelmäßig bei Bad-Sanierungen in Bergedorf, Reinbek und im Bezirk. Hier kommt unsere Praxis-Einschätzung.

Wo elektrische Fußbodenheizung wirklich passt

Kleine Bäder bei Sanierung. Klassischer Anwendungsfall: 4 bis 8 m² Bad in einer Wohnung oder einem Reihenhaus, die Fliesen kommen ohnehin raus. Eine 200-W-pro-m²-Heizmatte unter den neuen Fliesen kostet inklusive Anschluss zwischen 800 und 1.400 Euro. Das ist Komfortklasse, kein Heizsystem.

Einzelne Räume in Altbauten ohne wasserführende Heizung. Etwa der Anbau, der Wintergarten, das Hauswirtschaftsraum-Eckchen. Wo eine Rohrverlegung zu aufwendig wäre, ist die elektrische Variante die pragmatische Lösung.

Zusatz zur bestehenden Heizung. Wenn der Heizkörper im Bad nicht reicht oder nur einmal am Tag morgens kurz Komfort gewünscht ist, übernimmt die Bodenheizung diese Spitze. Smart gesteuert über Zeitprogramm.

Wo es nicht passt

In großen Wohnflächen als Hauptheizung ergibt elektrische Bodenheizung selten Sinn. Stromkosten zu hoch, Wärmepumpe mit wasserführender Fußbodenheizung schlägt sie wirtschaftlich um Längen. Auch in Neubau-Bädern, wo ohnehin eine Wärmepumpe das Wasser-System speist, bauen wir keine elektrische Variante mehr ein. Da kommt eine wassergeführte Schleife im Boden.

Verlegung Schritt für Schritt

Bei einer Bad-Sanierung sind wir meistens am dritten oder vierten Tag dran, nachdem der Estrich-Vorstrich gemacht ist und vor dem Verfliesen. Was wir konkret machen:

Maß nehmen und die Heizmatte zuschneiden. Heizmatten kommen in Bahnen, typisch 50 cm breit, mit eingeklebtem Heizkabel. Wir legen die Bahnen so, dass unter der Dusche, vor dem Waschbecken und der Toilette geheizt wird, nicht aber unter Badewanne oder Schrank, weil dort Wärme nichts bringt und das Kabel überhitzen kann.

Heizkabel und Fühler positionieren. Der Bodenfühler kommt in ein Leerrohr zwischen zwei Bahnen, damit er später bei Defekt austauschbar ist. Der Anschlusspunkt liegt in einer Unterputzdose an der Wand, von dort geht die Leitung zum Raumthermostat und weiter zum Verteiler.

Widerstandsmessung vor dem Verkleben. Wenn wir nach dem Verlegen die Fliesen drüber haben, wollen wir wissen, dass die Matte heil ist. Wir messen den Widerstand und protokollieren ihn. Falls ein Fliesenleger später ein Kabel zerstört, sieht man das beim Vergleich der Werte.

Verkleben und übergeben an den Fliesenleger. Die Matte wird mit Fliesenkleber bedeckt, dann die Fliesen drauf. Wir kommen zwei Tage später zurück, um die Steuerung anzuschließen und in Betrieb zu nehmen.

Anschluss und FI

Das ist der Punkt, wo Heimwerker und Discount-Sets oft Fehler machen. Eine elektrische Bodenheizung muss zwingend über einen FI-Schalter Typ A mit 30 mA Auslösestrom abgesichert sein. Bei Bädern gilt das ohnehin, aber bei der Heizmatte ist es nochmal kritisch, weil das Heizkabel unter Wasserdampf und gelegentlich Wasserkontakt steht.

Wir setzen einen eigenen LS-Schalter mit 13 oder 16 A je nach Quadratmeter, oder hängen die Matte an den Stromkreis der Steckdosen im Bad, sofern die Last passt. Eine 6-m²-Heizmatte mit 200 W pro m² zieht 1.200 W, das passt zusammen mit ein paar Steckdosen problemlos auf einen Stromkreis. Wenn aber Waschmaschine, Trockner und der Föhn auf der gleichen Sicherung hängen, machen wir einen eigenen Stromkreis.

Bei Erweiterungen in alten Wohnungen ohne FI im Bad nutzen wir die Gelegenheit, gleich den FI nachzurüsten. Das hebt das Sicherheitsniveau spürbar und ist meistens kein großer Aufwand, wenn wir ohnehin am Verteiler arbeiten.

Steuerung in der Praxis

Standardlösung ist ein Raumthermostat mit Bodenfühler. Wir verbauen meistens:

Programmierbare Thermostate mit Wochenprogramm (Eberle, Theben, Devireg). Stundenweise einstellbar, dass die Bodenheizung etwa eine halbe Stunde vor dem Aufstehen anspringt und mittags wieder aus geht. Kosten zwischen 80 und 180 Euro für den Thermostat.

Smart-Home-Varianten über WLAN (Heatit, Shelly, Devi Smart). Steuerbar per App, mit Geofencing, mit Statistik über den Stromverbrauch. Kosten 150 bis 280 Euro, sinnvoll wenn der Rest des Hauses ohnehin smart gesteuert ist.

Wer im Hotel-Bad schonmal einen einfachen Drehknopf gesehen hat, sollte das nicht zu Hause nachmachen. Eine Bodenheizung ohne Zeitsteuerung läuft entweder zu viel oder die Bewohner schalten sie aus Vergesslichkeit aus und genießen den Komfort nicht. Beides ist Stromverschwendung.

Stromkosten in der Praxis

Ein durchschnittlich genutztes 6-m²-Bad mit Bodenheizung läuft typisch zwei bis drei Stunden pro Tag im Winter, gar nicht im Sommer. Das macht über das Jahr etwa 500 bis 700 kWh, also 175 bis 245 Euro Stromkosten pro Jahr bei aktuellen Tarifen.

Wenn die Bodenheizung als Hauptwärmequelle dient und vier bis sechs Stunden täglich laufen muss, klettert der Verbrauch schnell auf 1.500 bis 2.500 kWh pro Jahr. Das sind dann 525 bis 875 Euro. Ab dem Punkt sollte man über ein Wasser-System und Wärmepumpenanschluss nachdenken.

Beispielprojekt aus Reinbek

Reihenhaus aus 1985, Bad-Sanierung im Erdgeschoss, 7 m² Grundfläche. Bauherr wollte beim Sanieren „endlich mal warme Füße im Winter".

Was wir gemacht haben: 6 m² Heizmatte verlegt (Dusche und Wanne ausgespart), eigenen Stromkreis vom Verteiler gezogen (10 m Strecke), neuen Raumthermostat mit WLAN-Steuerung gesetzt, FI war schon vorhanden. Arbeitszeit etwa sechs Stunden über zwei Termine.

Kostenpunkt: 1.180 Euro für die Elektrik, plus Heizmatte 320 Euro. Bauherr berichtet nach einem Winter, dass der Boden zwischen sechs und acht Uhr morgens warm ist, Stromkosten lagen Dezember bis März bei zusammen 95 Euro.

Kontakt

Telefon: 0176 / 811 767 96 Mail: Info@Ehlers-Elektrotechnik.de

Bei Bad-Sanierungen in Bergedorf, Reinbek, Wentorf oder Glinde kommen wir gerne zur Vor-Ort-Begehung, schauen uns die Stromkreis-Situation an und sagen Ihnen, ob eine elektrische Bodenheizung bei Ihrem Bad passt. Erstbesichtigung im Bezirk kostenlos.

Bereit für ein Angebot?

Aufmaß im Bezirk Bergedorf ist kostenlos. Wir sind ab 8 Uhr erreichbar.