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Wärme 7 Min Lesezeit

Nachtspeicherheizung raus: was kommt, was kostet's

Nachtspeicher modernisieren: warum raus, welche Alternativen, was die Elektrik kostet. Beispielprojekt aus Lohbrügge mit echten Zahlen.

Nachtspeicherheizung raus: was kommt, was kostet's

In den Häusern aus den 70ern in Lohbrügge und Allermöhe stehen sie noch erstaunlich oft: dicke graue Kästen an der Wand, oft unter dem Fenster, mit Lüftungsschlitzen vorne. Nachtspeicheröfen. Zur damaligen Zeit galten sie als modern: nachts billiger Strom, tagsüber warme Wohnung. Heute sind sie eine der teuersten Möglichkeiten zu heizen und gehören in den meisten Fällen einfach raus.

Wir bekommen drei bis fünf Anfragen pro Monat, in denen es um Nachtspeicher-Demontage geht. Hier steht, was dahintersteckt, wie wir das technisch lösen und mit welchen Kosten Sie realistisch rechnen müssen.

Warum die Geräte rausgehören

Der Hauptgrund ist banal: Stromkosten. Eine Nachtspeicherheizung läuft mit 100 Prozent elektrischer Wärme, ohne Effizienzgewinn. Wer in einem 110-m²-Haus mit Nachtspeicher heizt, zahlt heute schnell 3.500 bis 4.500 Euro Strom pro Jahr nur fürs Heizen. Eine moderne Wärmepumpe schafft die gleiche Wärme mit 900 bis 1.400 Euro Strom. Über 15 Jahre macht das einen Unterschied von über 30.000 Euro.

Dazu kommt das Asbest-Thema. Geräte, die vor 1985 verbaut wurden, enthalten häufig Asbestplatten als Isolierung im Inneren. Optisch sieht man das nicht. Beim Aufschrauben fliegen die Fasern, was ein Gesundheitsrisiko ist und eine Fachentsorgung erfordert. Wer einen alten Nachtspeicher selbst demontiert und auf den Sperrmüll stellt, macht sich rechtlich angreifbar und tut sich selbst keinen Gefallen.

Ein dritter Punkt: viele Energieversorger haben die Nachtstromtarife gestrichen oder so verteuert, dass der ursprüngliche Vorteil weg ist. In Hamburg ist der HT/NT-Tarif zwar noch verfügbar, aber der Preisabstand ist gering.

Was als Ersatz kommt

Drei Varianten sehen wir bei unseren Projekten am häufigsten:

Luft-Wasser-Wärmepumpe mit neuer Heizkörper- oder Fußbodenheizung. Die saubere Lösung, aber teuer. Es muss ein wasserführendes Heizsystem rein, das es in Nachtspeicher-Häusern in der Regel nicht gibt. Investition komplett: 25.000 bis 45.000 Euro inklusive Wärmepumpe, Heizkörper, Rohre und Elektrik. Förderung über BEG bis zu 70 Prozent, was die Sache wirtschaftlich attraktiv macht.

Infrarotheizung als Direktersatz. Wer keinen wasserführenden Umbau will (z. B. weil die Sanierung sonst zu groß wird), kann Infrarotpaneele setzen. Die brauchen pro Raum eigene Stromkreise, oft Smart-Home-Steuerung, und kosten elektrisch zwischen 4.000 und 8.000 Euro für ein Standardhaus. Wir machen das, aber wir sagen ehrlich, dass die Stromkosten über die Jahre höher liegen als bei einer Wärmepumpe. Sinnvoll vor allem bei Häusern mit guter Dämmung oder als Übergangslösung.

Pelletheizung oder Hybrid. Wenn ein Heizraum oder Kellerraum vorhanden ist, ist Pellet eine Alternative. Elektrisch unaufwendig, dafür baulich komplexer (Pelletsilo, Kamin, Heizkörper). Wir liefern hier nur die elektrische Seite, der Heizungsbauer macht den Rest.

Die elektrische Seite des Umbaus

Was wir konkret machen, hängt von der Variante ab. Zwei Aspekte sind aber fast immer dabei:

Demontage der Nachtspeicher und Stromkreise. Jeder Ofen hat seinen eigenen Stromkreis, meist 3x4 mm² oder 5x4 mm² mit eigener Sicherung. Die Geräte werden abgeklemmt, abgehängt, fachgerecht entsorgt (bei Asbestverdacht über zertifizierten Entsorger), die Leitungen entweder zurückgebaut oder als Reserve im Verteiler stillgelegt. Pro Ofen rechnen wir zwischen 200 und 450 Euro für Demontage und Entsorgung, je nach Größe und Asbest-Status.

Zählerschrank prüfen und ggf. tauschen. Häuser mit Nachtspeicher haben oft einen separaten HT/NT-Zähler. Wenn die neue Heizung Wärmepumpe wird, brauchen wir zwar weiterhin einen separaten Zähler (Wärmepumpentarif), aber meistens muss der gesamte Schrank getauscht werden, weil er Stand der 70er ist. Schraubsicherungen, kein FI, keine Reserveplätze. Modernisierung kostet 1.500 bis 2.800 Euro inklusive Anmeldung bei Stromnetz Hamburg.

Bei Wärmepumpen-Umbau kommen noch eigener Stromkreis, FI Typ A EV oder B, eventuell Hausanschluss-Verstärkung dazu. Details siehe unser Artikel zu Wärmepumpen-Anschluss.

Beispielprojekt aus Lohbrügge

Reihenhaus von 1971, 120 m², sieben Nachtspeicheröfen verteilt auf zwei Geschosse. Eigentümer Mitte 60, hat das Haus von seinen Eltern übernommen, hat im November aufgemacht und gefragt, was zu tun ist.

Was wir gemacht haben:

Begehung mit Heizungsbauer-Partner, weil die neue Heizung Wärmepumpe werden sollte. Asbest-Schnelltest an einem Ofen (positiv, also Fachentsorgung über zertifizierten Betrieb). Demontage aller sieben Öfen über drei Arbeitstage, parallel zu den Maurerarbeiten für die neuen Heizkörper. Zählerschrank komplett erneuert (alte Schraubsicherungen, zwei Zähler, kein FI). Neuer Wärmepumpen-Stromkreis vom Schrank zum Heizungsraum, 5x6 mm², 25 m Strecke. Hausanschluss von 35 auf 50 A verstärkt (Stromnetz Hamburg, vier Wochen Vorlauf). Anmeldung Wärmepumpentarif.

Elektrik-Kosten gesamt: 6.800 Euro. Heizungsbau separat etwa 28.000 Euro. Förderung BEG hat in dem Fall 19.000 Euro übernommen.

Hamburger Förderung und BAFA/BEG

Die Bundesförderung BEG ist der größte Hebel: bei Wärmepumpe als Heizungstausch gibt es bis zu 70 Prozent Zuschuss, gedeckelt auf 30.000 Euro Investitionssumme. Konkret heißt das für ein typisches Nachtspeicher-zu-Wärmepumpe-Projekt: zwischen 15.000 und 21.000 Euro Förderung, abhängig von Einkommen, Geschwindigkeitsbonus und Effizienzbonus.

Auf Hamburger Ebene gibt es zusätzlich gelegentlich Programme der IFB Hamburg, die aktuell aber meistens auf Mehrfamilienhäuser oder spezifische Quartiere zielen. Für Einfamilienhäuser in Bergedorf ist BEG der Standardweg.

Den Antrag stellt der Energieeffizienz-Experte (oft der Heizungsbauer hat einen im Netzwerk), wir liefern die elektrischen Unterlagen.

Kontakt

Telefon: 0176 / 811 767 96 Mail: Info@Ehlers-Elektrotechnik.de

Wenn Sie in Bergedorf, Lohbrügge, Allermöhe oder Umgebung einen Nachtspeicher-Umbau planen, schauen wir uns das gerne vorab an. Wir sagen Ihnen ehrlich, was elektrisch dranhängt und ob Asbest-Verdacht besteht. Begehung kostenlos.

Bereit für ein Angebot?

Aufmaß im Bezirk Bergedorf ist kostenlos. Wir sind ab 8 Uhr erreichbar.