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Wärme 6 Min Lesezeit

Heizstab im Warmwasserspeicher: Backup oder PV-Verwerter?

Wann ein Heizstab im Warmwasserspeicher Sinn ergibt, wann nicht. Praxisbeispiel mit PV-Überschuss aus Bergedorf, Kosten und Anschlussdetails.

Heizstab im Warmwasserspeicher: Backup oder PV-Verwerter?

Ein Heizstab im Warmwasserspeicher klingt erstmal banal: ein elektrischer Stab im Wassertank, der heiß wird. Aber kaum eine andere Komponente sorgt bei Hauskäufern und PV-Besitzern für so viele Fragen. Lohnt sich das? Ist das Stromverschwendung? Brauche ich den, wenn ich eine Wärmepumpe habe? Hier kommt unsere ehrliche Einschätzung aus dem Praxisalltag in Bergedorf und Umgebung.

Was ein Heizstab überhaupt macht

Im Prinzip ist es ein elektrischer Tauchheizer, der direkt im Pufferspeicher oder Warmwasserspeicher sitzt. Strom rein, Wasser warm. Die Leistung liegt typischerweise zwischen 2 und 9 kW, je nach Anwendung. Wirkungsgrad: knapp 100 Prozent. Was reingeht, kommt als Wärme raus. Klingt gut, hat aber einen Haken: jede kWh Strom kostet aktuell rund 35 Cent, während eine Wärmepumpe für die gleiche Wärmemenge nur etwa 10 Cent Strom braucht. Heizen mit dem Stab ist also drei- bis viermal so teuer wie mit der Wärmepumpe.

Deshalb ist die zentrale Frage: woher kommt der Strom für den Stab?

Variante 1: PV-Überschuss verwerten

Wer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, kennt das Problem. Im Sommer scheint die Sonne, der Speicher ist voll, das E-Auto ist geladen, und trotzdem produziert die Anlage weiter. Der Überschuss geht ins Netz, Einspeisevergütung liegt bei aktuell etwa 8 Cent pro kWh. Wer stattdessen den Heizstab anwirft, „verkauft" den Strom an sich selbst zum Wert der gesparten Gas- oder Wärmepumpenkosten. Das rechnet sich.

Beispiel aus einem Reihenhaus in Lohbrügge: 8 kWp PV-Anlage, 6.000 kWh Jahresertrag, etwa 1.800 kWh davon werden in den Sommermonaten nicht selbst genutzt und gingen früher ins Netz. Mit Heizstab im Warmwasserspeicher (3 kW Leistung) werden davon rund 1.200 kWh ins warme Wasser geschoben, weil die anderen 600 kWh nicht zur richtigen Tageszeit anfallen. Ersparnis im Vergleich zur Einspeisung: etwa 90 Euro pro Jahr. Klingt wenig, aber die Investition liegt auch nur bei 600 bis 900 Euro inklusive Installation und Steuerung. Amortisation in acht bis zehn Jahren, Heizstab hält in der Regel deutlich länger.

Variante 2: Backup zur Wärmepumpe

Manche Wärmepumpenanlagen kommen werkseitig mit integriertem Heizstab. Das ist kein Designfehler, sondern Absicht. Wenn die Wärmepumpe ausfällt (Defekt, Eis am Verdampfer, Stromnetz-Sperre), springt der Stab als Notreserve ein. Auch bei Spitzenlasten im Januar, wenn draußen minus zwölf Grad herrschen und die Pumpe an ihre Leistungsgrenze kommt, hilft der Stab nach.

Das ist sinnvoll, aber teuer im Betrieb. Wer feststellt, dass sein Wärmepumpen-Stromzähler im Winter plötzlich doppelt so hoch ist wie geplant, sollte uns rufen lassen. Oft ist die Wärmepumpe falsch eingestellt und der Heizstab läuft, obwohl die Pumpe es selbst schaffen würde.

Variante 3: Reine Stromheizung im Speicher

Manchmal sehen wir bei Sanierungen alte Konstruktionen: ein 300-Liter-Speicher, in dem nur der Heizstab arbeitet, weil keine andere Wärmequelle vorhanden ist. Das ist teuer und ergibt selten Sinn. Wer noch so eine Konfiguration hat, sollte über eine Brauchwasserwärmepumpe nachdenken. Die kostet 2.500 bis 4.000 Euro inklusive Tausch und spart pro Jahr 500 bis 800 Euro Strom.

Was wir elektrisch machen

Der Heizstab selbst ist Kupfer- oder Edelstahlstab mit Gewinde, der in eine Muffe am Speicher geschraubt wird. Die Anschlussleistung bestimmt den Stromkreis:

Ein 2-kW-Stab läuft einphasig (230 V) mit 10 A Absicherung. Reicht für kleinere PV-Anlagen oder gezielte Nutzung. Ein 3-kW-Stab läuft entweder einphasig (16 A) oder dreiphasig (3x6 A), je nach Modell. Standardlösung in vielen PV-Setups. Ein 6- oder 9-kW-Stab braucht zwingend einen 400-V-Drehstromanschluss mit 3x16 A, eigene Leitung vom Verteiler, eigener LS-Schalter, FI Typ A oder B.

Dazu kommt die Steuerung. Bei PV-Überschussnutzung brauchen wir entweder einen PV-Wechselrichter mit integriertem Überschussregler (Fronius Ohmpilot, Kostal Smart Energy Meter mit Heizstabausgang) oder einen eigenständigen Regler wie my-PV AC-THOR oder den älteren EGO Smart Heater. Die Steuerung moduliert die Leistung des Heizstabs in 100-Watt-Schritten, sodass exakt der PV-Überschuss verbraten wird, ohne dass Netzstrom dazukommt.

Kostenrahmen aus unseren Projekten

Heizstab ohne PV-Steuerung, einfache Backup-Funktion: 250 bis 450 Euro Material, 200 bis 350 Euro Einbau. Heizstab mit PV-Überschussregler (z. B. AC-THOR 9s): 700 bis 1.100 Euro Material, 400 bis 800 Euro Einbau, abhängig davon, ob wir noch einen Drehstromkreis ziehen müssen.

Wer das Ganze in einem Schritt mit der PV-Anlage installieren lässt, spart Einbauzeit, weil wir sowieso am Wechselrichter und Zählerschrank arbeiten.

Wann sich der Heizstab lohnt, wann nicht

Lohnt sich: bei vorhandener PV-Anlage mit Überschuss im Sommer, bei Brauchwasser-Speicher mit Platz für die Muffe, bei Hausbesitzern, die PV-Strom intern verwerten wollen statt für 8 Cent ins Netz zu verkaufen.

Lohnt sich nicht: ohne PV, als alleinige Wärmequelle, in Mietwohnungen ohne Eigenstrom, bei sehr kleinen PV-Anlagen unter 4 kWp, wo der Überschuss minimal ist.

Kontakt

Telefon: 0176 / 811 767 96 Mail: Info@Ehlers-Elektrotechnik.de

Wir schauen uns Ihre PV-Anlage und den Warmwasserspeicher an und sagen Ihnen, ob ein Heizstab bei Ihnen rechnerisch passt. Termine in Bergedorf, Reinbek, Wentorf und den Vier- und Marschlanden meistens innerhalb einer Woche.

Bereit für ein Angebot?

Aufmaß im Bezirk Bergedorf ist kostenlos. Wir sind ab 8 Uhr erreichbar.