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Smart Home 7 Min Lesezeit

Smart-Home-Heizungssteuerung: was realistisch eingespart wird

Ehrliche Studien-Lage zur Heizungssteuerung im Smart Home. 8 bis 18 Prozent Einsparung, aber nur unter bestimmten Bedingungen. Was wirklich funktioniert.

Smart-Home-Heizungssteuerung: was realistisch eingespart wird

Smarte Thermostate werden gern mit Einsparversprechen von 30 Prozent beworben. Wer in einem normalen Hamburger Reihenhaus wohnt und das nachrechnet, kommt selten auf solche Werte. Die ehrliche Studienlage liegt zwischen 8 und 18 Prozent, und auch das nur, wenn die Voraussetzungen stimmen. Hier eine nüchterne Einordnung aus der Praxis.

Was sagen seriöse Studien?

Die Fraunhofer-IBP-Studie von 2019 hat smarte Einzelraumregelung in zwölf bewohnten Häusern über zwei Heizperioden gemessen. Ergebnis: durchschnittlich 12 Prozent Einsparung gegenüber klassischen Thermostatventilen. Spitzenwerte bei Häusern mit unregelmäßiger Nutzung lagen bei 18 Prozent, schlecht laufende Installationen kamen auf 6 Prozent.

Eine ähnliche Studie der Verbraucherzentrale NRW (2021) kommt auf 8 bis 14 Prozent. Beide Untersuchungen unter realen Bedingungen, nicht im Labor.

Was diese Zahlen nicht zeigen: in Häusern, die durchgängig bewohnt sind und in denen die Bewohner ohnehin schon vernünftig heizen, ist die Einsparung kleiner. Bei berufstätigen Paaren, die tagsüber außer Haus sind, oder bei Wochenendhäusern, ist sie deutlich größer.

Pro Raum oder zentral?

Die meisten Hersteller-Werbungen beziehen sich auf Einzelraumregelung. Heißt: in jedem Raum ein eigener Thermostat, der die Heizung dort hochfährt, wenn der Raum genutzt wird, und absenkt, wenn nicht.

Zentrale Steuerung über einen einzigen Raumthermostat ist günstiger (200 bis 400 Euro pro Wohnung), bringt aber selten mehr als 5 Prozent. Wer das volle Sparpotenzial heben will, braucht Einzelraumregelung. Die kostet je nach Hausgröße 1.500 bis 4.000 Euro nachgerüstet.

In einem Reihenhaus in Lohbrügge mit sieben Räumen rechnen wir typischerweise:

Position Kostenrahmen
7 Heizkörperthermostate (Funk) 700 bis 1.200 Euro
Zentrale + Gateway 200 bis 500 Euro
Installation und Inbetriebnahme 400 bis 800 Euro
Summe brutto 1.300 bis 2.500 Euro

Bei einem Jahresverbrauch von 1.800 Litern Heizöl oder 18.000 kWh Gas spart 12 Prozent rund 280 Euro pro Jahr. Amortisation: vier bis acht Jahre, je nach Energiepreis.

Anwesenheitssteuerung oder Zeitprogramm?

Das ist der Punkt, an dem viele Anlagen schlecht eingestellt sind. Ein einfaches Zeitprogramm (morgens hoch, tagsüber runter, abends hoch, nachts runter) bringt schon den Großteil der Einsparung. Anwesenheitssteuerung per GPS-Standort des Smartphones macht es feiner, ist aber im Alltag oft nervig: man steht vor der Haustür, das Handy hat sich noch nicht gemeldet, die Heizung war im Absenkbetrieb.

Was wir in der Praxis empfehlen:

  • Zeitprogramm mit zwei Profilen (Werktag, Wochenende)
  • Fenster-offen-Erkennung über die Thermostate selbst
  • Geofencing nur als Ergänzung, nicht als Hauptsteuerung
  • pro Raum eine andere Solltemperatur

Schlafzimmer 17 Grad, Bad 22 Grad, Wohnzimmer 21 Grad. Das klingt banal, ist aber genau das, was die Einsparung bringt. Vorher hatten viele Kunden alle Räume auf 21 Grad, weil das Thermostat-Drehrad zu fummelig war.

Wärmepumpe und Smart Home: passt das zusammen?

Bei Wärmepumpen ist die Sache anders. Eine Wärmepumpe arbeitet am effizientesten, wenn sie gleichmäßig läuft, nicht wenn sie ständig hoch- und runtergeregelt wird. Aggressive Einzelraumregelung mit großen Temperatursprüngen ist hier kontraproduktiv.

Was bei Wärmepumpen funktioniert:

  • moderate Absenkung um 1 bis 2 Grad in der Nacht
  • ungenutzte Räume etwas kühler halten, aber nicht aus
  • Verknüpfung mit PV: wenn die Sonne scheint, läuft die Wärmepumpe und speichert Wärme im Estrich oder Pufferspeicher

In Vier- und Marschlanden haben wir mehrere Häuser mit dieser Kombination. Die Bewohner sparen nicht primär an der Heizungssteuerung, sondern dadurch, dass sie eigenen PV-Strom für die Wärmepumpe nutzen. Das ist der echte Hebel.

Was eher Marketing ist

Drei Punkte, bei denen wir vorsichtig sind:

„Lernende Algorithmen, die Ihr Verhalten verstehen." Nest und Tado werben damit. In der Praxis brauchen die Geräte mehrere Wochen, um sich einzuspielen, und kommen am Ende oft auf Programme, die ein Mensch in zehn Minuten von Hand eingestellt hätte. Komfort: ja. Mehr Einsparung als ein gutes Zeitprogramm: nicht messbar.

Wettervorhersage-Integration. Klingt clever, bringt im normalen Wohnhaus mit Heizkörpern fast nichts. Erst bei Fußbodenheizung mit hoher Trägheit kann es einen Effekt haben.

Sprachsteuerung der Heizung. „Alexa, mach das Bad warm" wird nach zwei Wochen nicht mehr genutzt. Wenn überhaupt, hilft ein automatisches Programm, kein Sprachbefehl.

Wann lohnt es sich, wann nicht?

Klare Empfehlung von uns:

  • Berufstätige, Familien mit unregelmäßigen Zeiten, Häuser mit ungenutzten Räumen: ja, Einzelraumregelung lohnt
  • Rentner-Haushalte mit gleichmäßiger Anwesenheit: meistens Zeitprogramm reicht
  • Neubauten mit Fußbodenheizung und niedriger Vorlauftemperatur: lieber zentrale Steuerung, vorsichtig mit Einzelraumregelung
  • Mietwohnungen ohne Eingriffsmöglichkeit in den Heizkreis: smarte Heizkörperthermostate als Insellösung, bringt rund 8 Prozent

Was wir installieren

Wir setzen meistens Homematic IP oder KNX-RF-Stellantriebe ein. Bei größeren Häusern mit ohnehin geplanter Sanierung verkabeltes KNX. Wir verkaufen keine Insellösungen mit drei verschiedenen Apps. Wenn Sie Smart-Home-Heizung wollen, soll das eine Steuerung sein, kein Flickenteppich.

Kostenlose Beratung

Wir kommen in Bergedorf, Lohbrügge, Wentorf, Reinbek und im weiteren Umland kostenlos vorbei. Eine halbe Stunde reicht meistens, um zu sehen, ob sich der Aufwand bei Ihnen lohnt.

Ehlers Elektrotechnik Billwerder Billdeich 601i, 21033 Hamburg Telefon: 0176 / 811 767 96 Mail: Info@Ehlers-Elektrotechnik.de

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